Branchenprognose 2009 Online-Werbemarkt wächst um zehn Prozent

Der deutsche Online-Werbemarkt dürfte trotz globaler Krise kräftige Zuwächse verzeichnen: Laut einer Prognose des Bundesverbands Digitale Wirtschaft wird das Bruttowerbevolumen 2009 auf mehr als vier Milliarden Euro steigen - und erstmals das Segment der Publikumszeitschriften überholen.

Bundesverband Digitale Wirtschaft

Köln - Es sind gute Aussichten für Online-Medien und Web-Seiten-Betreiber: Laut einer Branchenprognose wird der Online-Werbemarkt 2009 um zehn Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro wachsen. Das berichtet der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) am Mittwoch in Köln.

Das Wachstum ist damit weit geringer als 2008 - seinerzeit legte der Online-Werbemarkt um 25 Prozent zu. Doch im Vergleich zu 2008 dürfte der Anteil der Internetwerbung am Gesamtwerbemarkt laut Prognose um zwei Prozent auf 16,6 Prozent steigen. Damit würde Online-Werbung erstmalig das Segment der Publikums- und Fachzeitschriften mit einem Anteil von insgesamt 15,8 Prozent überholen. Nach TV-Werbung (36,7 Prozent Gesamtanteil) und Zeitungswerbung (21,9 Prozent) hätte Online-Werbung damit den drittgrößten Anteil aller Mediengattungen.

Den größten Boom im Internet verzeichne die Bewegtbild-Werbung. Sie legte laut BVDW im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 263,7 Prozent zu. Großformatige Online-Werbung (Wallpaper) verbuchten im ersten Halbjahr 2009 einen Zuwachs von 38,6 Prozent; Werbung am Web-Seiten-Rand(Skyscraper) legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,1 Prozent zu.

Für die nächsten zwei Jahre rechnet der Verband mit einem weiteren Anstieg des Bruttowerbevolumens. Ein Haupttreiber dafür sei, dass Unternehmen bei der Markenkommunikation zunehmend auf Online-Werbung setzten.

PC-Markt schrumpft weniger als befürchtet

Positive Nachrichten kamen auch vom PC-Markt. Der weltweite Absatz wird in diesem Jahr laut Marktforschern weniger stark schrumpfen als bisher befürchtet. Die Experten von Gartner rechnen nun mit einem Rückgang um zwei Prozent auf 285 Millionen Geräte. Im Juni hatten die Experten noch einen Einbruch von sechs Prozent erwartet. Für das vierte Quartal geht Gartner gar von einem Wachstum im Vergleich zum Vorjahresquartal aus.

Beflügelt werden die Verkäufe vor allem durch Mini-Notebooks, sogenannte Netbooks. Die Marktforscher rechnen in diesem Segment für 2009 mit 25 Millionen ausgelieferten Geräten weltweit - im Mai hatte die Schätzung noch bei 21 Millionen gelegen.

Für 2010 erwartet Gartner, dass 12,6 Prozent mehr Geräte als im Vorjahr verkauft werden. Markttreiber seien vor allem mobile PC. Wegen des weiter sinkenden durchschnittlichen Computerpreises dürften die Ausgaben dennoch mehr oder weniger auf dem Niveau von 2009 liegen.

ssu/dpa



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