Widerstand gegen Bolsonaro Brasilianische Firmen machen Druck gegen Regenwaldzerstörung

Der Bergbaukonzern Vale, die Brauerei Ambev und der staatliche Stromversorger: Die brasilianische Wirtschaft setzt sich gegen die Urwaldzerstörung ein. Das könnte ein Hoffnungsschimmer sein.
Feuer im Amazonas (Archivbild)

Feuer im Amazonas (Archivbild)

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Victor Moriyama/ Greenpeace Brazil/ DPA

39 brasilianische Unternehmen, darunter einige der größten des Landes, stehen auf gegen die Abholzung des Amazonas: Sie formulierten am Dienstag gemeinsam ihre Bedenken hinsichtlich der fortschreitenden Zerstörung der Wälder - und schlagen sich damit auf die Seite internationaler Investoren. Diese fordern seit Längerem und mit deutlich mehr Vehemenz vom rechtspopulistischen Präsidenten Jair Bolsonaro ein Ende der rasant zugenommenen Urwaldzerstörung und drohen mit Abzug von Geldern.

Auf der Unterschriftenliste stehen viele der großen börsennotierten Unternehmen Brasiliens, wie die Bank Itau Unibanco, der Bergbaukonzern Vale, die Brauerei Ambev und der staatliche Stromversorger Eletrobras. Auch einige in der Region leitende Manager von ausländischen Konzernen wie Shell, Microsoft, Bayer und dem Rohstoffhändler Cargill unterzeichneten.

Unter Bolsonaros Ägide hat die Abholzung des größten Regenwaldes der Erde drastisch zugenommen. Für den Zeitraum von August 2018 bis Juli 2019 meldete das brasilianische Weltrauminstitut INPE die Rodung einer Fläche von 10.129 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der Größe des Libanon und einem Anstieg von 34,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Allein im Juni zählte Brasiliens Institut für Weltraumforschung (INPE) 2248 Brände im Amazonas, ein Fünftel mehr als im Juni 2019 vergangenen Jahres. Laut dem Institut hat es zuletzt vor 13 Jahren so viele Brände im Juni gegeben. Umweltschützer kreiden das vor allem der Politik des Präsidenten an, da er den Ausbau von Bergbau und Landwirtschaft im Amazonasgebiet forciert.

Immer mehr Anleger legen allerdings großen Wert darauf, dass ihr Geld nachhaltig angelegt wird - der Klimawandel gehört Experten zufolge zu den großen langfristigen Investmenttrends. Bereits vergangenen Monat drohten sieben große europäische Investmentfirmen, die mehr als zwei Billionen Dollar an Vermögen verwalten, mit ihrem Rückzug aus brasilianischen Anlagen, wenn keine Fortschritte bezüglich eines Rodungsstopps im Amazonasgebiet zu sehen seien. 

caw/Reuters