Airbus prophezeit Luftfahrtboom Braucht die Welt wirklich doppelt so viele Flugzeuge?

Flugscham? Von wegen! Airbus geht davon aus, dass Airlines bis zum Jahr 2040 fast 40.000 Fracht- und Passagiermaschinen benötigen. Und die Konkurrenz rechnet sogar mit noch höherem Bedarf.
Lufthansa-Maschinen in München: Die Nachfrage nach Flügen steigt

Lufthansa-Maschinen in München: Die Nachfrage nach Flügen steigt

Foto: Sven Hoppe / dpa

Das Fliegen hat wieder Konjunktur: Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet wegen des weltweit weiter zunehmenden Luftverkehrs mit einer Verdopplung der benötigten Maschinen in den kommenden 20 Jahren. Airbus schätze den Bedarf bis zum Jahr 2041 auf 39.490 Passagier- und Frachtflugzeuge, teilte das Unternehmen am Montag in seinem Marktausblick mit. Im Jahr 2020 zählte die weltweite Flotte demnach 22.880 Maschinen.

Die Fluggesellschaften benötigen der Airbus-Prognose zufolge mehr Maschinen, zudem müssen sie alte Flugzeuge austauschen. Airbus-Konkurrent Boeing rechnet sogar mit einem noch größeren Bedarf.

Die Coronapandemie hat Airbus zufolge keine langfristigen Folgen für den weltweiten Luftverkehr. Ab den Jahren 2023 bis 2025 werde das Vorkrisenniveau wieder erreicht, schätzt der Flugzeugbauer.

Airbus betonte, die neuesten Flieger verbrauchten 15 bis 20 Prozent weniger Treibstoff und würden damit auch entsprechend weniger CO₂ ausstoßen. Der Luftverkehr hat sich zu einer »Nettonullemission« bis 2050 verpflichtet.

Passagiere brauchen weiter Geduld

Derzeit machen aber nicht fehlende Maschinen, sondern vor allem fehlendes Personal den Airlines zu schaffen. An Flughäfen in Deutschland und Europa kommt es zu langen Warteschlangen, Verzögerungen und Tausenden Flugstreichungen.

Das Chaos dürfte einer neuen Studie zufolge noch länger anhalten und bei den Passagieren auch zu höheren Ticketpreisen führen. Seit Anfang 2022 seien die Kerosinkosten um 89 Prozent geklettert und dürften weiter steigen, wie aus einer Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade hervorgeht. Demnach dürfte das Fliegen im laufenden Jahr um 21 Prozent teurer sein als vor Jahresfrist.

Für die Airlines seien Löhne und Gehälter für das Personal nach dem Treibstoff die zweitwichtigsten Kosten, so der Versicherer. Lohn und Gehalt machten bei den europäischen Fluggesellschaften 25 Prozent ihres Umsatzes aus. »In einem finanziell angespannten Umfeld gibt es also kaum Anreize, das während der Pandemie abgebaute Personal aufzustocken«, so die Analysten.

Die Airlines in Europa hätten ihre Belegschaft im vergangenen Jahr um weitere acht Prozent reduziert, hieß es. Dies führe nun auch zu Flugstreichungen. »Die Fluggesellschaften versuchen, die Verluste von zwei Jahren Coronapandemie wettzumachen«, sagte Milo Bogaerts, der Chef von Allianz Trade in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz.

mic/AFP/Reuters

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