Teil der Überbrückungshilfe Brauer sollen Kosten für verdorbenes Bier erstattet bekommen

Der Bierabsatz in Deutschland brach wegen ausgefallener Feste und geschlossener Kneipen ein, Fassbier schütteten viele Brauer weg. Nun ist zumindest finanzielle Hilfe in Sicht.
Zapfanlagen wie diese bleiben in der Pandemie meist trocken

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Foto: Jens Büttner / dpa-Zentralbild

Gaststätten: dicht. Volksfeste: abgesagt. Und das dafür eigentlich gedachte Bier: musste häufig weggekippt werden. Die durch die Corona-Beschränkungen stark getroffenen Brauer sollen deshalb nun die Kosten für das verdorbene Bier erstattet bekommen. Dies sei bei einer Schalte der Länder mit den zuständigen Bundesministerien beschlossen worden, sagte ein Sprecher des bayerischen Wirtschaftsministeriums.

Die Entschädigung soll demnach im Rahmen der Überbrückungshilfe III erfolgen. Brauer könnten den Wert der Ware zu 100 Prozent abschreiben, überschüssiges Fassbier könne als Fixkosten geltend gemacht werden. Außer den Brauern sollen auch Winzer profitieren. Die Informationen des Bundes dazu würden im Laufe des Tages angepasst.

Besonders Fassbier ist während der Coronakrise nahezu unverkäuflich. Da bei immer mehr Fässern das Ablaufdatum näher rückt oder überschritten wird, musste zuletzt nach Angaben der Brauer in Deutschland Bier im Millionenwert weggeschüttet werden. Manche Brauereien verschenkten das Bier auch.

Aiwanger: Bayerische Brauer wurden in Berlin gehört

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) wertete es als »wichtigen Erfolg unserer Politik, dass die Stimmen der bayerischen Brauer in Berlin gehört wurden und sie nun eine Erstattung für ihr überschüssiges Fassbier erhalten«. Zudem forderte er eine Öffnungsperspektive für die Gastronomie. Auch aus anderen Bundesländern hatte es zuletzt Rufe nach Hilfen für die Brauwirtschaft gegeben.

Anfang des Monats hatte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele, beklagt: »Die Situation der deutschen Brauwirtschaft ist dramatisch und in der Nachkriegszeit ohne Beispiel.« Die Krise sei »weitaus tiefer, als die jüngsten Absatzzahlen auf den ersten Blick vielleicht vermuten lassen«.

Einer Verbandsumfrage zufolge erlitten die Brauereien 2020 ein Umsatzminus von durchschnittlich 23 Prozent. »Der mehrmonatige Lockdown der Gastronomie, das Verbot von Veranstaltungen und der Kollaps wichtiger Auslandsmärkte hat die Brauwirtschaft schwer getroffen.« Das Statistische Bundesamt errechnete, 2020 seien 5,5 Prozent oder 508,2 Millionen Liter weniger Bier als im Jahr zuvor abgesetzt worden.

apr/dpa