Internetausbau Gabriel will Breitband-Blamage beenden

Trotz aller Bekenntnisse zur digitalen Wirtschaft ist Deutschland europaweit Letzter beim Glasfaser-Internet. Ein neuer Bericht warnt: Das droht Investoren zu verschrecken. Wirtschaftsminister Gabriel gelobt Besserung.
Wirtschaftsminister Gabriel: Deutschland soll nicht länger hinterherhinken

Wirtschaftsminister Gabriel: Deutschland soll nicht länger hinterherhinken

Foto: Stephanie Pilick/ dpa

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) fordert verstärkte Investitionen in den Ausbau des Breitbandinternets. "Wir sollten nicht zulassen, dass Deutschland beim Glasfaserausbau im internationalen Vergleich hinterherhinkt", sagte Gabriel SPIEGEL ONLINE. Nur wenn für die Datennetze mehr private Investitionen mobilisiert würden, könnten Digitalunternehmen in Branchen wie Automobilbau, Energie oder Logistik für Wachstum und Jobs sorgen.

Mit einer Quote von nur einem Prozent ist Deutschland bislang europaweites Schlusslicht beim schnellen Glasfaserinternet. Das kritisiert auch der "Monitoring-Report Digitale Wirtschaft 2014", den Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig am Freitag vorstellt. Darin heißt es: "Unternehmen können sich eine Ansiedlung in einem Land, das keine flächendeckende, hochleistungsfähige Breitbandanbindung bietet, nicht mehr leisten."

In den Breitbandausbau wird voraussichtlich ein erheblicher Teil des Zehn-Milliarden-Investitionspakets der Bundesregierung fließen. Auch auf einer noch unveröffentlichten Liste zum Investitionsprogramm der EU-Kommission kündigen zahlreiche Länder Projekte zum Breitbandbausbau an. Gabriel lässt derzeit durch eine Expertenkommission prüfen, wie private Geldgeber verstärkt für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur gewonnen werden können.

Der Monitoringbericht erscheint zum zweiten Mal und soll ein Gradmesser für die Leistungsfähigkeit Deutschlands als Standort der IT-Industrie sein. Neben dem Breitbandausbau fordern die Autoren auch mehr Onlineangebote der öffentlichen Verwaltung sowie eine Förderung von interdisziplinären Studiengängen zu Technologietrends wie Industrie 4.0. Insgesamt sei die Digitalwirtschaft in Deutschland jedoch schon jetzt "als starke Branche im internationalen Wettbewerb positioniert".

dab/vme
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