Pharmakonzern Amag Lustmittel "Vyleesi" für Frauen zugelassen - Aktienkurs steigt

In den USA kommt ein neues Medikament auf den Markt, das den Sexualtrieb von Frauen steigern soll. Die Börse reagiert.

Vyleesi: Rosa Verpackung - für Injektionslösung
AP/ Amag Pharmaceuticals

Vyleesi: Rosa Verpackung - für Injektionslösung


Der US-Pharmakonzern Amag hat nach der Zulassung eines Mittels zur Steigerung der weiblichen Libido in den USA an der Börse an Wert zulegen können. Die Aktien verteuerten sich zu Handelsbeginn an der Wall Street um 3,7 Prozent. Der Aktienkurs des Entwicklungspartners Palatin stieg zeitweise sogar um 15,7 Prozent.

Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte das auch "Viagra für Frauen" genannte Medikament "Vyleesi" mit dem Wirkstoff Bremelanotid am Freitag zum Verkauf freigegeben. "Es gibt Frauen, die ohne bekannten Grund ein reduziertes sexuelles Verlangen haben, das zu starker Belastung führt", erklärte Hylton V. Joffe, Direktor der Abteilung für Reproduktions- und Urologieprodukte bei der FDA, den Anwendungsbereich. Die Betroffenen könnten von einer sicheren und wirksamen pharmakologischen Behandlung profitieren.

Spritzen für die Lust

Dazu hat die FDA nun Vyleesi zugelassen. Das Mittel stimuliere für die Libido relevante Rezeptoren im Körper, teilte die Behörde mit. Um das zu erreichen, müssten sich Frauen 45 Minuten vor der gewünschten sexuellen Aktivität das Medikament unter die Haut an Oberschenkel oder Bauch spritzen - über die bereits vor Jahren diskutierte Verabreichung als Nasenspray steht in der FDA-Mitteilung nichts. Die Anwendung soll auf eine Dosis pro Tag und acht Dosen pro Monat beschränkt werden.

Wann und ob das Mittel in Deutschland zugelassen wird, ist unklar. Zu den Nebenwirkungen gehören laut FDA Übelkeit und Kopfschmerzen. Marktanalysten trauen Vyleesi dennoch jährliche Umsätze von einer Milliarde Dollar zu. Ken Cacciatore vom Vermögensverwalter Cowen schrieb, Vyleesi scheine dem Konkurrenzprodukt Addyi überlegen zu sein.

Bei Addyi handelt es sich um eine Lustpille für die Frau. Das seit 2015 in den USA zugelassene Mittel mit dem Wirkstoff Flibanserin ist umstritten, auch wegen Nebenwirkungen. Lesen Sie hier: Lustpille für Frauen - was man wissen sollte. In Verbindung mit dem Konsum von Alkohol und bestimmten anderen Medikamenten drohen bei Addyi Blutdruckabfälle bis zur Ohnmacht.

apr/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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manicmecanic 24.06.2019
1. kaum zu glauben
daß das ein auch nur ansatzweise ähnlicher Erfolg wird wie Viagra etc. für den Mann.Die Frauen haben doch auch mental wenn sie dieses Stadium erreicht haben keine Lust mehr auf Sex.Warum sollten sie dann nachhelfen?Und dann noch so unangenehm per Spritze?Bei den Männern ist es ja so daß die immer noch den Trieb empfinden,aber viele ohne Viagra rein physisch wohl Probleme haben.Wäre für mich nun kein Grund gewesen die Aktie zu kaufen.
freid 25.06.2019
2. Das perfekte Leben beinhaltet eben viel Sex,
außerdem: ein dickes Auto(bitte alle 6 Jahre neu kaufen), ein großer Fernseher(ebenfalls ca. alle 6 Jahre neu kaufen), ein aktuelles Handy(bitte ca. alle 3 Jahre neu kaufen), auf Fotos immer lächeln und sich auf den Sozial Media Platformen so präsentieren, als führe man das perfekte Leben. Und ist man doch ein melancholischer Mensch, nimmt man Antidepressiva. Glücklich und leistungsstark ist die westliche Gesellschaftshaltung. Dazu gehört eben auch ein durchtrainierter Körper und viel Sex. Ich glaube, ich kündige meinen Job, vemiete meine Wohnung, verschenke meinen Hausrat und lebe in nem VW Bus.
johnnii360 25.06.2019
3. Dinge, die die Welt nicht braucht
Schon interessant, was gewisse Mächte in den USA erfinden oder zum Vorschein bringen, nur um noch mehr Profit zu schlagen und Energie zu saugen. Wenn es für diese Frauen eine so starke psychische Belastung ist, sollten sie vielleicht mal an ihrer Sichtweise arbeiten. Es soll nämlich auch Menschen geben, die jeder Zeit könnten aber keinen Partner dazu haben oder nicht wild durch die Gegend vögeln wollen. Für den ein oder anderen mag das auch ein Problem sein - u.a. eine ganze Weile für mich. Ich bin 1985 geboren und hatte bis letztes Jahr im Sommer auch noch nie Sex, obwohl ich es gewollt hätte. Mir fehlte immer die richtige Partnerin, wie heute auch. Der Wunsch Sex zu haben und der Druck dahinter, möglicher Weise auch gepaart mit etwas Torschlusspanik, hat sich aber mittlerweile gelegt. Ich hab einfach an mir und meiner Sichtweise gearbeitet und mich damit abgefunden. Sex ist bestimmt schön, wenn man den/die richtige(n) PartnerIn hat, aber nicht essenziell. Und wenn eine Frau komischerweise kein Verlangen nach Sex hat, hat das auch einen gewissen Grund. Entweder hat sie unentdeckte Depressionen, nicht den richtigen Partner oder es ist einfach für die nicht (mehr) notwendig und soll sich persönlich weiterentwickeln. Wir Menschen nutzen Sex gerne als Ventil oder auch als Droge und nicht mehr, wie eigentlich vorgesehen, nur zur Fortpflanzung. Es Sex hat sich mittlerweile zu einer Art - ich sag mal - Religion entwickelt. Eines der größten Probleme unserer Zeit ist vor allem die Oberflächlichkeit, die unsere Gesellschaft immer mehr an den Tag legt. Klar ist, dass der/die PartnerIn auch gefallen sollte. Für viele ist das aber auch schon alles. Hauptsache schön und hat ein entsprechendes Geschlechtsteil zur Befriedigung. Dabei gibt es viel wichtigere Faktoren, die in eine erfolgreiche Beziehung reinspielen. Ganz wichtig ist, dass man den Körper- und Intimgeruch des Gegenüber riechen kann und es keine Abwehrreaktion (des Körpers) gibt. Ich konnte den Geruch meiner ersten Freundin damals auch nicht ab. Sie hatte nicht gestunken, aber ihr Geruch verriet mir, dass sie genetisch nicht zu mir passt und vor allem was vor mir verbarg. Das Problem ist aber, dass sich manche Menschen zu sehr mit Duftwässerchen und Deo mit Aluminium zukleistern, um so den natürlichen, wichtigen Körpergeruch zu überdecken. Gerade Parfüm soll dem anderen Geschlecht einen potentiellen Partner vorgaukeln. Optimal ist ein mildes Deo und sonst eine saubere Körperhygiene, so dass durch den Seifen oder Parfümgeruch auch noch ein wenig Körpergeruch (nicht alter Schweißgestank) durchkommt. Und dann hätten wir da noch den Aspekt, ob der/die PartnerIn toxischer Natur ist oder nicht. Wenn man hierzu googelt, findet man u.a. sowas hier: https://www.desired.de/liebe/beziehung/beziehungsprobleme/toxische-beziehung/ Das entscheidet auch, ob eine Beziehung gut ist oder nicht. Man muss letztendlich auf den Bauch hören. Meine erste Beziehung war auch ihrerseits sehr toxisch und musste sie daher abbrechen, damit ich nicht an ihr zerbreche. Und wenn dann nur einer die Beziehungsarbeit macht, dann wird da auch nix draus.
johnnii360 25.06.2019
4.
Zitat von freidaußerdem: ein dickes Auto(bitte alle 6 Jahre neu kaufen), ein großer Fernseher(ebenfalls ca. alle 6 Jahre neu kaufen), ein aktuelles Handy(bitte ca. alle 3 Jahre neu kaufen), auf Fotos immer lächeln und sich auf den Sozial Media Platformen so präsentieren, als führe man das perfekte Leben. Und ist man doch ein melancholischer Mensch, nimmt man Antidepressiva. Glücklich und leistungsstark ist die westliche Gesellschaftshaltung. Dazu gehört eben auch ein durchtrainierter Körper und viel Sex. Ich glaube, ich kündige meinen Job, vemiete meine Wohnung, verschenke meinen Hausrat und lebe in nem VW Bus.
xD Ich liebe Sarkasmus!
telos 25.06.2019
5. Da werden Männerträume wahr
Eine mit der Zeit sinkende Koitus Häufigkeit, gerade in langen Beziehungen und während und nach der Schwangerschaft soll nun endgültig abgeholfen werden. Dank der Pille wurde List und Empfängnis entkoppelt, jetzt stellen man/Frau fest, dass dadurch auch die Lust bei der Frau sinkt, obgleich es sehr gut von Mutter Natur so eingerichtet wurde, dass Frauen vor der Ovulation am meisten Lust haben, um die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis zu erhöhen. Aber mit der Einnahme der Pille ist damit Schluß. Um jetzt die Lust der Frauen wieder zu steigern, sollen jetzt - wiederum die Frauen - etwas über sich ergehen lassen, nämlich die Applikation dieses Wirkstoffes via subcutaner Injektion. Spielt da nicht doch auch der Hintergedanke eine Rolle, Frauen wieder jederzeit verfügbar zu machen? So schlimm könne es aber ja nicht sein, denn die Initiative geht dann nun von den Frauen aus. Merken Frauen nicht, wie sie wieder nur instrumentalisiert werden?
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