Weltgrößtes Containerschiff "MSC Gülsün" in Bremerhaven angekommen

Das derzeit weltgrößte Containerschiff hat auf seiner Jungfernfahrt in Bremerhaven festgemacht. Von dort aus geht es weiter nach Kaliningrad.

Mohssen Assanimoghaddam / DPA

Das derzeit weltgrößte Containerschiff hat auf seiner Jungfernfahrt aus Asien in Bremerhaven festgemacht. "Wir können hier die größten Schiffe abfertigen", sagte die Bremer Hafensenatorin Claudia Schilling (SPD) nachdem das 400 Meter lange und 61,5 Meter breite Schiff in der Hafenstadt ankam. Von dort aus soll es über mehrere Häfen bis nach Kaliningrad weiterfahren, bevor es nach China zurückkehrt.

Die "MSC Gülsün" kann nach Angaben der Schweizer Reederei Mediterranean Shipping Company (MSC) 23.756 Standardcontainer tragen, darunter 2000 Kühlcontainer. Bislang fassten die größten Containerschiffe rund 23.000 Container. Die "MSC Gülsün" wurde in Südkorea gebaut und im Juli ausgeliefert. MSC will zehn Schwesterschiffe bis 2020 in Dienst stellen.

Häfen mit Problemen

In europäischen Häfen wächst derweil der Widerstand gegen immer größere Schiffe. Sie erfordern neue Kaianlagen und tiefere und breitere Fahrrinnen. Flüsse wie die Elbe werden für sie weiter ausgehoben, die Häfen müssen viel investieren. Verbände fordern EU-Regeln, nach denen künftig kein Schiff mehr die europäischen Häfen anlaufen dürfen soll, das größer als die bislang fahrende Flotte ist. Sie befürchten, dass die Reeder und Werften schon bald eine Schiffsgeneration planen, die es auf 460 Meter Länge und 30.000 Container bringen könnte.

Fotostrecke

8  Bilder
Containerschiff "MSC Gülsün": So lang, so breit, so groß

hej/dpa



insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
archi47 19.08.2019
1. Obergrenzen volkswirtschaftlich definieren
betriebswirtschaftlich mag die Obergrenze noch nicht erreicht sein. Aber schon wenn die vom Steuerzahler aufgebrachten Kosten an Anlagen, Vertiefung diesen Schiffen zugerechent werden würden, dann würde die wirtschaftliche Grenze schneller erreicht und die Schäden für Uferumwelt, Gewässer- und Bodennatur gedeckelt. Es ist eben wie überall, wenn die komplette Wertrechnung nicht in ihrer Gänze, also auch im Hinblick auf die outgesourcten Kosten - hier an den Steuerzahler, das Wirtschaften bestimmen ...
ingen79 19.08.2019
2. Na ja Hamburg hat wegen der
noch nicht ausgebaggerten Elbe ein Problem. Aber es gibt ja auch noch Wilhelmshaven die bisher noch nicht richtig im Geschäft sind. Für die beiden Häfen kommen diese Grössen Pötte geraderichtig
frank.huebner 19.08.2019
3. Wahnsinn
23 Tausend Container....oder bald 30.000. Die Häfen, die Fahrrinnen sind ja nur ein Problem. Es muss auch der Platz da sein, um 30.000 Container zu lagern, es müssen Kapazitäten auf Bahn und Straße da sein, um die Masse wegzubringen. Und da Gleiche, um die neue Beladung ranzukarren. 30.000 Container, das sind schon einige Kilometer Güterzug und Tausende Lkw. Bedenkt so etwas keiner? Die Kosten dafür trägt natürlich der Steuerzahler. Klar. Sonst wären die Pötte sicher nicht gewinnbringend.
morrison76 19.08.2019
4. 23.756 Standardcontainer?
Also wenn ich mich nicht verzählt habe, dann sind da 24 Reihen Container zu je 24 Containern nebeneinander. Macht pro Lage 576 Container. Das würde bedeuten da müssen sich 41 übereinander stapeln, bis man auf die Gesamtsumme kommt. Ich zähle hier aber nur 8 oder 9 Lagen über der Bordwand plus sicherlich ein paar im Schiffsinneren. Höher bauen geht nicht, sonst sieht die Brücke nichts mehr und ich denke der Schwerpunkt wird sicherlich auch irgendwann kritisch. Wo befindet sich der Rest?
graf koks 19.08.2019
5. Wie recht Sie haben
Zitat von frank.huebner23 Tausend Container....oder bald 30.000. Die Häfen, die Fahrrinnen sind ja nur ein Problem. Es muss auch der Platz da sein, um 30.000 Container zu lagern, es müssen Kapazitäten auf Bahn und Straße da sein, um die Masse wegzubringen. Und da Gleiche, um die neue Beladung ranzukarren. 30.000 Container, das sind schon einige Kilometer Güterzug und Tausende Lkw. Bedenkt so etwas keiner? Die Kosten dafür trägt natürlich der Steuerzahler. Klar. Sonst wären die Pötte sicher nicht gewinnbringend.
Durch die kleine Stadt Bremervörde z.B. drängen sich täglich tausende LKW mit Containern von Bremerhaven nach Hamburg. Es gibt Eisenbahngleise, die sind aber hoffnungslos unterdimensioniert und entsprechende Infrastruktur, die Container auf die Bahn zu bringen, fehlen auch. Eine Ortsumgehung ebenfalls. BRV ist nur genervt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.