Wegen Corona Brettspiele-Hersteller melden sensationelle Umsätze

Keine Partys, keine Konzerte: Viel Auswahl bei der Freizeitgestaltung lässt die Corona-Pandemie nicht mehr. Herstellern klassischer Brettspiele beschert das glänzende Geschäfte.
Brettspielklassiker "Siedler von Catan"

Brettspielklassiker "Siedler von Catan"

Foto: Patrick Seeger / DPA

Die deutsche Gesellschaftsspiel-Branche hat in der Coronakrise bisher deutlich von steigender Nachfrage profitiert. Quer durch alle Segmente seien die Umsätze um 21 Prozent gewachsen, teilte der Branchenverband Spieleverlage am Montag mit.

Nach den jeweils etwa zehnprozentigen Umsatzsteigerungen der vergangenen Jahre sei das ein sensationeller Anstieg, sagte Verbandsvorsitzender Hermann Hutter. Spielen als Gemeinschaftserlebnis habe damit einen wichtigen Beitrag in der Krisenzeit geleistet, weil es Menschen Freude bereite, wenn andere Unternehmungen, etwa ein Urlaub, ausfallen müssten.

Am Donnerstag startet die jährliche internationale Spielemesse als viertägiges reines Digitalformat. Normalerweise lockt sie bis zu 200.000 Spiele-Begeisterte um diese Jahreszeit nach Essen. Nun müssen sich die Spielefans mit virtuellen Spieltischen und digitalen Auftritten von mehr als 450 Ausstellern begnügen.

1400 Messe-Neuheiten aus 41 Ländern

Bei der Gestaltung der Plattform ist nach Angaben des veranstaltenden Friedhelm Merz Verlags auf möglichst viele interaktive Elemente gesetzt worden: Spiele können mithilfe von Brettspielsimulatoren getestet werden, Spieleerklärer der Verlage stellen die Neuheiten vor. 17 Themenwelten vom Rollenspiel bis zu Angeboten für kleine Kinder sollen die Bandbreite der Interessen abbilden.

Weil die Macher mit Zugriffen aus aller Welt rechnen, gibt es Livestreams in vielen verschiedenen Sprachen. Geöffnet ist der digitale Messeauftritt rund um die Uhr - bei kostenlosem Zugriff. Präsentiert werden etwa 1400 Neuheiten aus 41 Nationen: So seien in diesem Jahr lateinamerikanische Verlage stärker vertreten als je zuvor.

Nicht nur die Hersteller von Gesellschaftsspielen profitieren von der Tatsache, dass die Menschen derzeit gezwungenermaßen mehr Zeit daheim verbringen: Auch die Verkäufe der Computer- und Videospielbranche ziehen ähnlich stark an.

beb/dpa