Wegen Brexit BMW unterbricht Mini-Produktion im Werk Oxford

Safety first: Der deutsche Autobauer BMW wappnet sich für den Fall eines chaotischen Brexits - und zieht seine Produktionspause im britischen Oxford aus Sorge vor Lieferengpässen vor.

BMW-Produktion in Oxford
AFP

BMW-Produktion in Oxford


BMW wird seine Fabrik im britischen Oxford direkt nach dem Brexit für etwa einen Monat schließen. Der deutsche Autobauer bereitet sich mit dem Schritt auf einen Austritt ohne Folgeabkommen mit der Europäischen Union vor.

Die sonst im Sommer übliche Wartungsphase werde vorgezogen und beginne im kommenden Jahr bereits am 1. April 2019, sagte eine BMW-Sprecherin. "Damit wollen wir Risiken einer möglichen Unterbrechung der Teilelieferung durch einen Brexit ohne Folgeabkommen mit der EU minimieren."

Großbritannien will die EU nach derzeitigem Stand am 29. März 2019 verlassen. Wie das ablaufen soll, ist unklar, die Verhandlungen über ein Folgeabkommen sind ins Stocken geraten. EU-Ratspräsident Donald Tusk warnte einen Tag vor einem informellen EU-Gipfel in Salzburg vor "katastrophalen" Folgen eines chaotischen Brexits.

Die größte Schwierigkeit in den Verhandlungen ist der zukünftige Status der Grenze zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland, die dann zur EU-Außengrenze wird. Der Internationale Währungsfonds befürchtet, dass die Wirtschaft des Landes infolge eines möglicherweise chaotischen Brexits an Fahrt verliert, das Pfund fällt und das Staatsdefizit steigt.

Sicherheit für den Standort

BMW schätzt die Wahrscheinlichkeit als gering ein, dass es zu einem chaotischen Ausscheiden der Briten kommt. Das Unternehmen sei aber auf Sicherheit angewiesen, "und die schaffen wir uns damit ein Stück weit selbst", sagte die Sprecherin. Die Entscheidung, die sonst im Sommer übliche Wartungs- und Umbauphase vorzuziehen, sichere den Standort in Oxford.

BMW will ab dem kommenden Jahr in dem Werk in Südengland den Elektro-Mini herstellen. Im vergangenen Jahr bauten die Münchner in dem Werk fast 220.000 Autos, das sind 13 Prozent aller Fahrzeuge, die in Großbritannien produziert wurden.

Auch Marktführer Jaguar Land Rover warnte zuletzt vor den Folgen des Brexits und kündigte am Montag an, von Oktober bis Anfang Dezember eine Dreitagewoche im Werk in Castle Bromwich einzuführen. Die Autohersteller, die in Großbritannien insgesamt 850.000 Mitarbeiter beschäftigen, befürchten höhere Kosten und Verzögerungen, wenn Grenzkontrollen für Teile aus der EU eingeführt werden.

yes/dpa/Reuters



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