Brexit-Warnung No Deal würde britische Autobranche 50.000 Pfund kosten - pro Minute

Die britische Autoindustrie warnt drastisch vor einem Brexit ohne Abkommen mit der EU. Allein die Verzögerungen an der Grenze würden Milliarden kosten. Ein No-Deal-Brexit sei deshalb keine Option.

Mini-Produktion im britischen Oxford (Archiv)
Bloomberg/ Getty Images

Mini-Produktion im britischen Oxford (Archiv)


Gerade erst hat Boris Johnson für die Brexit-Verhandlungen seinen Willen zur Kooperation mit der EU erklärt - und gleichzeitig seine Entschlossenheit betont, notfalls auch ohne Abkommen die Europäische Union zu verlassen. Nun warnt der britische Autoverband SMMT mit deutlichen Worten vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU.

Ein solcher No-Deal-Brexit könne Zölle in Milliardenhöhe und Verzögerungen bei den Grenzabfertigungen nach sich ziehen, die die Branche vor nie dagewesene Herausforderungen stellen würde, sagte Verbandschef Mike Hawes. Nach Berechnungen des SMMT würden allein die Grenzverzögerungen Kosten in Höhe von 50.000 Pfund pro Minute verursachen. Die Organisation vertritt Autobauer und -Händler.

Mike Hawes (Archiv)
DPA

Mike Hawes (Archiv)

Erste Amtshandlung des neuen Premierministers müsse die Sicherung eines reibungslosen Brexits sein, sagte Hawes. Für die Autoindustrie sei ein Austritt ohne Abkommen "keine Option".

Der britische Ex-Außenminister Boris Johnson gilt als Favorit für den derzeit zur Wahl stehenden Posten der Parteichefs der regierenden Konservativen und damit auch für das Amt des Premierministers. "Mein Versprechen ist, aus der EU an Halloween am 31. Oktober auszutreten", sagte er im Interview mit der BBC.

Johnson bekräftigte, notfalls auch einen No-Deal-Brexit durchzusetzen. Er wolle dies zwar nicht, sagte er, man müsse sich darauf aber ernsthaft vorbereiten. Dies müsse auf den Tisch, damit Großbritannien das gewünschte Resultat erzielen könne.

kko/Reuters



insgesamt 86 Beiträge
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claus7447 25.06.2019
1. Ob das BoJo versteht?
Mittlerweile stufe ich BoJo in die analoge Kategorie wie Donny ein. Vielleicht hat er mehr Intelligenz - aber die kommt ja kaum zum Vorschein - es sei den "wöchentliches Wechseln der Meinung" muss hinzu gezählt werden. Das Thema nervt mittlerweile so gewaltig - das es einem langsam völlig egal ist, wie das Ende aussieht - Hauptsache ein Ende. Wobei, die Bemerkung sei noch gestattet: Wie will BoJo aus dem Vertrag, ggf. neu verhandeln (ohne jedes Ergebnis) und dennoch keine Grenzkontrollen zu Irland. Mir erscheint das als eines der üblichen Hirngespinste, die auch andere Tory's hatten.
Anna-Lena19 25.06.2019
2.
Nur gut, dass Boris Johnson seine Schäfchen bereits im Trockenen hat und ihm der Verlust von Arbeitsplätzen in der Automobilindustrie, mit Blick auf seine eigene finanzielle und berufliche Situation, daher reichlich egal sein kann.
arr68 25.06.2019
3. Wen interessiert das?
BoJo will doch alles gegenfinanzieren, warten wir doch ab. Hoffentlich sehen die Briten ihn dann als alten Herrscher, die Axt wird an seinem Nacken abprallen.
so-long 25.06.2019
4. Ob diese Rechnung stimmt
ist schwer zu beurteilen. Der Verband vertritt seine eigenen Interessen. Nicht mehr.
huebif 25.06.2019
5. @1 Einfach die Grenzen offen halten
das ging/geht in D.... geht sicher auch auf der irischen Insel. Jedes Land hat doch das Recht, seine Grenzen zu schließen oder auch nicht.
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