Brexit Cadbury warnt vor kleineren Schokoriegeln

Erst sparte Toblerone Dreiecke in seinen Schokoladen, jetzt warnt auch Cadbury britische Kunden vor kleineren Schokoriegeln - wegen höherer Kosten durch den Brexit. Die Methode ist beliebt.

Cadbury-Schokolade
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Cadbury-Schokolade


Der Kostenanstieg in Großbritannien hat für die Verbraucher einen bitteren Beigeschmack. Erst sparte sich Toblerone jede zweite Schokoecke seiner Dreieck-Schokoladen für britische Kunden, jetzt droht Cadbury wegen des Brexit mit kleineren Schokoriegeln.

Cadbury werde trotz höherer Kosten beim Ausstieg der Briten aus der EU im Land weiter produzieren, sagte Konzern-Landeschef Glenn Caton dem "Guardian". Großbritannien bleibe "Heimat der Schokoladenfertigung". Der Konzern werde versuchen, entsprechend seine Produktivität zu steigern. Allerdings müssten die höheren Kosten eventuell entweder durch steigende Preise abgefedert werden - oder indem Cadbury seine Schokoladen bei gleichen Preisen verkleinere.

Aus Sicht Catons seien Veränderungen dringend nötig, da Cadbury nur so die Qualität und den Geschmack seiner Schokoprodukte erhalten könne. "Wir stehen offensichtlich vor Herausforderungen", sagte der Manager, der zugleich das Nordeuropa-Geschäft des Cadbury-Mutterkonzerns Mondelez führt. Jetzt sei es wichtig, eine komplexer werdende Regulierung zu verhindern.

Tricks wo es nur geht

Schon im November vergangenen Jahres hatte der US-Konzern Mondelez, der in seinem Sortiment Cadbury, Toblerone und Oreo hat, für Aufmerksamkeit auf der Insel gesorgt. Weil in Großbritannien durch den schwachen Pfund die Zutatenpreise stiegen, hatte die dem Konzern ebenfalls gehörende Schweizer Schokoladenmarke Toblerone eine eigenartige Sparidee entwickelt: Die ikonischen Dreieckschokoladen sollten jede zweite Zacke verlieren - wodurch das Unternehmen Kosten sparen wollte. Die Idee wurde bei Kunden mit großem Spott aufgenommen.

Auch Cadbury machte längst mit Einspartricks von sich reden: Eine Ostereierpackung wurde laut "Guardian" von sechs auf fünf reduziert zu einem nur wenig niedrigeren Preis, ein Schokoriegel wurde um 20 Prozent teurer.

Auch in Europa sorgen Unternehmen immer wieder für Aufsehen, die ihre Produkte verkleinert aber zum gleichen Preis anbieten. So fühlen sich Verbraucher regelmäßig etwa vom Windelhersteller Pampers getäuscht, der diese Strategie anwendet. Genauso sorgte der Konsumgüterkonzern Nestlé mit einem verkleinerten Schokoriegel "Lion" für Kritik.

kig



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
pavel1100 28.03.2017
1. Wenn das mit dem Brexit so weitergeht...
Am Ende werden wir nur noch ein winziges Stück Schokolade in der Mitte der Verpackung finden.
querdenker1964 28.03.2017
2. an der Schoki wird Britan nicht untergehen,
warten wir einmal ab, wie sich die britische Wirtschaft nach dem endgültigen Abschied entwickeln wird und urteilen dann..... man hat sich dort freundlicherweise als Versuchtstier für einen alternativen europäischen Weg zur Verfügung gestellt. Wenn es schief geht, hat man dort halt Pech gehabt - wenn es gut geht, ist es der Anfang vom Ende einer bürokratischen EU Wirtschaftsform.
tailspin 28.03.2017
3. Hat auch was gutes an sich
Zuviel Schokolade ist auch nicht gut.
supergrobi123 28.03.2017
4. Wieso Brexit?
Kakao, Zucker, Milch. Das sind wohl die Hauptzutaten. Was davon bezieht Cadburry aus der EU?
jerusalem 28.03.2017
5. Die Größe ist nicht ausschlaggebend,
nein, die Qualität ist es, was zählt. Leider leidet die in den letzten Jahren bei den meisten Lebensmittelherstellern an der Finanzkrise. Die Aktionäre wollen Geld sehen und die Kunden bekommen die billigeren Produktionskosten zu spüren (Palmöl!).
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