Furcht vor dem Brexit Britische Autoproduktion bricht ein

Die britische Autoindustrie leidet unter dem bevorstehenden Brexit. Im vergangenen Jahr fuhr sie das stärkste Minus ein seit der Finanzkrise 2008. Aber nicht nur Verbraucher investieren weniger.

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Die Autoproduktion in Großbritannien ist im vergangenen Jahr dem Branchenverband SMMT zufolge um mehr als neun Prozent zurückgegangen. Damit markierte sie das stärkste Minus seit der Rezession während der Bankenkrise 2008/2009.

"Die Branche befindet sich in Alarmstufe Rot", sagte SMMT-Chef Mike Hawes. "Die Unsicherheit rund um den Brexit hat bereits enormen Schaden bei der Produktion, den Investitionen und den Arbeitsplätzen angerichtet." Dies sei aber nichts im Vergleich zu dem, was bei einem ungeordneten Brexit auf die Branche zukomme.

Der wichtige britische Autosektor verbucht bereits seit 2016 - dem Jahr des Brexit-Referendums - Rückgänge in allen Bereichen wie Absatz, Investitionen und Produktivität. In Großbritannien arbeiten 850.000 Menschen in der Automobilindustrie.

Am 29. März wird Großbritannien nach bisherigen Planungen die EU verlassen - und ein Abkommen mit Brüssel für die Beziehungen danach gibt es immer noch nicht. Ein Deal von Premierministerin Theresa May scheiterte Mitte Januar im britischen Parlament, auch diese Woche gab es bei neuen Brexit-Abstimmungen keinen Durchbruch.

Tausende britische Firmen hätten Notfallpläne für einen ungeordneten Brexit aktiviert, teilte die britische Handelskammer der Zeitung "The Guardian" mit. Viele erwägten, Betriebsteile ins Ausland zu verlagern. Bisher bekannt gewordene Pläne seien nur die "Spitze des Eisbergs".

brt/Reuters/dpa

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