Brexit Anleger sichern sich gegen Pfund-Absturz ab

An den Finanzmärkten steigt die Angst vor einem Brexit. Immer mehr Börsianer sichern sich in großem Stil gegen einen Pfund-Crash ab.

Die City of London (Archivbild)
DPA

Die City of London (Archivbild)


Wer sich gegen einen drohenden Pfund-Absturz im Fall eines Brexits absichern will, muss mehr zahlen als je zuvor. Der entsprechende Terminkontrakt für das Pfund Sterling mit einer Laufzeit von einer Woche stieg auf ein Rekordhoch von 50,7 Punkten.

Dieser Kurs signalisiere, dass das Pfund bei einem Votum für den EU-Verbleib Großbritanniens in der EU auf 1,5150 Dollar steigen werde, sagte ein Börsianer. Sollten die Brexit-Befürworter gewinnen, müsse hingegen mit einem Fall auf 1,3350 Dollar gerechnet werden. Am Freitag kostete die britische Währung 1,4281 Dollar.

Sollten sich die Briten für einen Brexit aussprechen, erwarten Experten ein weltweites Kurschaos und eine Abkühlung der Weltwirtschaft. Nick Parsons, leitender Anlagestratege der National Australia Bank, erwartet für diesen Fall eine Wiederholung des Schwarzen Mittwochs. Am 16. September 1992 brach der Kurs des Pfund Sterling um 4,3 Prozent ein und die Währung fiel aus dem Europäischen Wechselkurssystem. Insgesamt könnten die Kurse der britischen Währung und der Aktienmärkte um bis zu 30 Prozent einbrechen, warnen Experten.

Auch für die letzten Tage vor dem Brexit-Referendum am kommenden Donnerstag rechnen Fachleute mit Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten. Wer die aktuellen Kursausschläge bereits für hoch halte, werde überrascht sein, warnt Andrew Edwards, Chef des Brokerhauses ETX Capital. "Es wird noch viel schlimmer, wenn Großbritannien für den Brexit stimmt." Panik sei zwar noch nicht zu spüren. "Händler werden aber zunehmend nervös und das aus gutem Grund."

Umfragen zufolge erhielten die EU-Gegner in den vergangenen Tagen Zulauf. Nach der Ermordung der britischen Parlamentsabgeordneten und Brexit-Gegnerin Jo Cox gehen Börsianer allerdings davon aus, dass die Befürworter eines EU-Austritts an Unterstützung verlieren.

asa/Reuters



insgesamt 51 Beiträge
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Nekton99 17.06.2016
1. Auf dem richtigen Weg. Good luck!
Das Pfund wird nicht abstürzen. GB funktioniert, deshalb will es ja raus aus der EU will. Frankreich z.B. wird die EU nie freiwillig verlassen, weil Frankreich sich aus der EU, vorzugsweise von Deutschland, finanziert. Bei Großbritannien ist das anders. Und das beste von allem für Großbritannien ist, es wird dann nicht zusammen mit dem EURO untergehen. Also Briten, ihr seit auf dem richtigen Weg. Wählt die EU und ihren autokratischen Wahn und ihre hahnebüchende Finanzpolitik ab. Good luck!
rloose 17.06.2016
2.
Zitat von Nekton99Das Pfund wird nicht abstürzen. GB funktioniert, deshalb will es ja raus aus der EU will. Frankreich z.B. wird die EU nie freiwillig verlassen, weil Frankreich sich aus der EU, vorzugsweise von Deutschland, finanziert. Bei Großbritannien ist das anders. Und das beste von allem für Großbritannien ist, es wird dann nicht zusammen mit dem EURO untergehen. Also Briten, ihr seit auf dem richtigen Weg. Wählt die EU und ihren autokratischen Wahn und ihre hahnebüchende Finanzpolitik ab. Good luck!
Falls die Briten austreten, sind sie einzig und allein auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit und dementsprechend wird sich auch der Pfund-Kurs bewegen.
ThinkItOver 17.06.2016
3. Passt eigentlich gut zusammen ...
... die oft zu beobachtende "Psychologie" der Finanzmärkte und die Gründe für den Brexit. Alles scheint mehr emotional gesteuert zu sein, als dass es der Allgemeinheit gut tun könnte. Ein wirklich nachvollziehbares und hartes Argument für einen Brexit hat eigentlich noch keiner geliefert. Es sieht eher nach Befindlichkeiten und Stimmungsmache aus, als nach einer "Notwendigkeit". Das Problem: Es stimmen alle ab, ob sie die Hintergründe verstanden haben oder nicht. Es reicht, sich eine Meinung gebildet zu haben, sei sie nun qualifiziert oder nicht. Bedenklich, wenn Schicksale durch "Meinung" und nicht durch "Verstand" entschieden werden.
singlebunch 17.06.2016
4.
Zitat von ThinkItOver... die oft zu beobachtende "Psychologie" der Finanzmärkte und die Gründe für den Brexit. Alles scheint mehr emotional gesteuert zu sein, als dass es der Allgemeinheit gut tun könnte. Ein wirklich nachvollziehbares und hartes Argument für einen Brexit hat eigentlich noch keiner geliefert. Es sieht eher nach Befindlichkeiten und Stimmungsmache aus, als nach einer "Notwendigkeit". Das Problem: Es stimmen alle ab, ob sie die Hintergründe verstanden haben oder nicht. Es reicht, sich eine Meinung gebildet zu haben, sei sie nun qualifiziert oder nicht. Bedenklich, wenn Schicksale durch "Meinung" und nicht durch "Verstand" entschieden werden.
Tja, so ist das nun einmal mit der Demokratie, wenn jeder mitentscheiden darf, kommt selten das Beste dabei heraus, sondern stets nur das, was momentan gerade mehrheitsfähig ist, aus welchen Gründen auch immer.
karlheinz-hesse 17.06.2016
5. So ist es nun einmal in einer globalisierten Welt.
Wenn Jemand meint er könnte sich abschotten, auf einer Insel ist wohl ein Traum. Meiner Meinung ist das ein Hassproblem gegen die EU und den Euro von Populisten angeführt. Wie in Deutschland die Flüchtlings-Debatte. Europa ist keine Insel mehr, oder wir müssen wieder zurück in die Kleinstaatlichkeit. Aber da wäre Deutschland der Verlierer.
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