Nach Brexit Goldman Sachs plant zwei Europa-Zentralen

Wegen des Brexits zieht die US-Investmentbank Goldman Sachs Personal aus London ab - und will gleich zwei Hauptsitze in der EU. Die Mitarbeiter sollen ihren Einsatzort selbst wählen dürfen.

Lloyd Blankfein (Archivfoto)
REUTERS

Lloyd Blankfein (Archivfoto)


Die US-Großbank Goldman Sachs strebt für die Zeit nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU zwei Hauptsitze in Europa an. Die Mitarbeiter dürften sich aussuchen, ob sie von London nach Frankfurt oder nach Paris gehen wollten, sagte Bankchef Lloyd Blankfein der französischen Zeitung "Le Figaro".

Der Brexit zwingt die Bank demnach dazu, ihr Geschäft zu "dezentralisieren". Frankfurt und Paris seien ausgewählt worden, weil Deutschland und Frankreich die größten europäischen Wirtschaftsnationen seien. Er könne sich vorstellen, dass viele Amerikaner aus verschiedenen Gründen Paris Frankfurt vorziehen würden, sagte Blankfein.

Es sollten auch neue Mitarbeiter eingestellt werden. Zahlen nannte Blankfein nicht. Derzeit beschäftigt Goldman in London rund 6000 Mitarbeiter. Für viele Banken ist die britische Hauptstadt ihr Hauptsitz in Europa. Nach dem Brexit brauchen sie aber eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem Land der Europäischen Union, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu können.

Eine Reihe von Finanzinstituten sucht deshalb nach alternativen Standorten. Frankfurt liegt dabei gut im Rennen: Die US-Großbank Citigroup etwa plant, die Zentrale für ihren Wertpapierhandel in der EU dorthin zu verlegen. Auch das japanische Geldinstitut Nomura will seinen neuen EU-Sitz nach Frankfurt verlegen.

asa/Reuters/AFP



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
neutralfanw 20.11.2017
1.
Habe ich das richtig verstanden? Briten können frei wählen, wo sie in der EU arbeiten? Das kann ich mir nicht vorstellen. Wer erteilt die Arbeitserlaubnis?
Florentinio 20.11.2017
2. @neutralfan
ob es sich bei den Mitarbeitern um Briten handelt, steht dort nicht. Wenn ein US-Bürger eine Arbeitsgenehmigung für die EU hat, wird er die auch nach dem Brexit haben.
ramuz 20.11.2017
3. Aber aber!
Zitat von neutralfanwHabe ich das richtig verstanden? Briten können frei wählen, wo sie in der EU arbeiten? Das kann ich mir nicht vorstellen. Wer erteilt die Arbeitserlaubnis?
Bitte vergessen Sie nicht, dass Mr. Blankfein doch nur "Gottes Werk" tut - was sind da Kleinigkeiten wie EU-Recht. Peanuts! Aber: Nein. Im UK arbeitende EU- und weitere Ausländer dürfen - Arbeitsgenehmigung der Landesbehörde im Falle von Nicht-EU-Bürgern dann vorausgesetzt - in der EU arbeiten. Und, wenn die Briten dann mal EU-Ausländer sind und es schaffen, bis Ende März 2019 einen entsprechenden Vertrag mit EU-Ländern zu haben, natürlich auch britische Bürger. WENN sie beides schaffen: sowohl den Vertrag als auch das Erlangen einer Arbeitserlaubnis...
Nonvaio01 20.11.2017
4. falsch
Zitat von Florentinioob es sich bei den Mitarbeitern um Briten handelt, steht dort nicht. Wenn ein US-Bürger eine Arbeitsgenehmigung für die EU hat, wird er die auch nach dem Brexit haben.
die EU hat keine EU arbeitserlaubnis, die muss in jedem Land selber angefordert werden, das weiss ich aus erfahrung von Kollegen die in einem unsere offices im Ausland arbeiten und fuer meetings nach Europa muessen. Wir treffen uns meist in Belgien da die fuer Belgien ein Visum haben.
Sibylle1969 20.11.2017
5.
Frankfurt ist um einiges billiger bei den Mietpreisen, zudem spricht man in Frankfurt mit Sicherheit besser Englisch als in Paris. Von Paris aus ist man in 2-3 Stunden mit dem Zug wahlweise in London, in Bordeaux oder Marseille. Es gibt also Argumente für und wider beide Städte. Ich kann mir vorstellen, dass man sich bei Goldman Sachs selbst nicht einig war, daher die hier nun anvisierte Lösung.
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