Brexit-Folgen Immobilien-Experten erwarten Preisboom in Frankfurt

Wohnen dürfte in Frankfurt bald noch teurer werden. Davon gehen Immobilienprofis laut einer aktuellen Umfrage aus. Grund: der Brexit.
Frankfurt am Main

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Immobilienbesitzer wird es freuen, Mieter eher nicht: 86 Prozent der in Deutschland aktiven Akteure auf dem Immobilienmarkt rechnen mit steigenden Preisen für Wohnungen und Wohnhäuser in Frankfurt am Main als Folge des Brexit. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Unternehmensberatung EY unter 555 Immobilienprofis. Eine deutliche Mehrheit erwartet, dass Frankfurt der Finanzplatz sein wird, der vom Austritt Großbritanniens aus der EU am meisten profitieren wird - 72 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht.

Dublin landete mit 13 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz der genannten Finanzplätze. Paris (sechs Prozent) und Luxemburg (fünf Prozent) sahen noch weniger Akteure als künftige Hauptprofiteure des Brexit.

EY befragte in der Woche nach dem Referendum 555 Investoren, Projektentwickler, Asset-Manager, Finanzierer, Berater und weitere Teilnehmer auf dem deutschen Immobilienmarkt. Davon hatten zwar 82 Prozent ihren Hauptsitz in Deutschland, allerdings hatte das auf die Einschätzung kaum Auswirkung. Auch 69 Prozent der Firmen mit Hauptsitz in Großbritannien sehen Frankfurt als Hauptprofiteur.

Überdies rechnet mit 57 Prozent eine Mehrheit der Immobilienprofis nicht allein für Frankfurt mit steigenden Mieten und Kaufpreisen, sondern für ganz Deutschland. 38 Prozent erwarten keinen Einfluss des Brexit auf die deutschen Immobilienpreise, nur sechs Prozent glauben gar an fallende Preise. Für den Rest der EU sehen hingegen nur 34 Prozent steigende Preise voraus, die Mehrheit von 59 Prozent rechnet nicht damit, dass der Brexit sich auf den örtlichen Immobilienmarkt auswirkt.

Eine überwältigende Mehrheit von 91 Prozent ist hingegen überzeugt, dass die Preise auf dem britischen Immobilienmarkt fallen werden. Das ist auch deshalb interessant, weil ein Drittel der Befragten trotz des Referendums nicht glaubt, dass Großbritannien tatsächlich aus der EU austreten wird. Dieser Anteil war unter den Unternehmen, die im Vereinigten Königreich ihren Hauptsitz haben, mit 38 Prozent sogar am höchsten.

Insgesamt spiegelt die EY-Umfrage allerdings eine große Verunsicherung der Branche wider. 40 Prozent sehen sich außerstande, eine Einschätzung der Brexit-Folgen für ihr eigenes Unternehmen abzugeben. Der Rest glaubt zu fast gleichen Teilen an positive, negative und neutrale Folgen.


Wo sich der Immobilienkauf noch lohnt:

In Zeiten der Niedrigzinsen können Immobilien eine attraktive Geldanlage sein. Doch gerade in Städten mit stark steigenden Preisen werfen sie nur wenig Rendite ab - in welchen deutschen Städten können Immobilienkäufer also noch Schnäppchen machen? Eine Studie aus dem Juni dieses Jahres hat es herausgefunden:

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Fotostrecke: Wo Immobilienkäufer noch Schnäppchen machen können

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Eine Auswertung der Internetportale immowelt.de und immonet.de aus dem Dezember 2015 zeigt, wie schwierig die Lage für Geringverdiener in deutschen Großstädten ist:

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fdi