Brexit-Turbulenzen Ryanair droht mit Abzug seiner England-Flotte

Flugdiscounter Ryanair beobachtet Londons chaotischen Start in die Verhandlungen mit der EU mit Sorge - und will im Fall eines harten Brexit 85 Maschinen aus Großbritannien abziehen.

Ryanair-Abfertigung auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld
DPA

Ryanair-Abfertigung auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld


Der irische Billigflieger Ryanair will für den Fall eines harten Brexit den Rest der EU mit zig zusätzlichen Flugzeugen fluten. Falls es bis September 2018 keine Klarheit über ein neues Luftverkehrsabkommen mit Großbritannien gebe, werde Ryanair für Sommer 2019 viele Flüge von und nach England streichen, kündigte Ryanairs Verkaufschef David O'Brien im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" an. Die 85 in England stationierten Maschinen würden dann auf die 72 Ryanair-Basen in Kontinentaleuropa und Irland verteilt.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte zuvor bereits angekündigt, die für das laufende Geschäftsjahr erwarteten 50 neuen Boeing-Jets außerhalb Großbritanniens zu stationieren. Eine Verlagerung von zig weiteren Maschinen in den Rest der EU dürfte den harten Konkurrenzkampf in der Branche weiter verschärfen. Schon jetzt rechnen neben Ryanair auch Lufthansa und Easyjet in den kommenden Monaten mit sinkenden Ticketpreisen.

An Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt kann sich O'Brien mittelfristig die Stationierung von bis zu 20 Ryanair-Flugzeugen vorstellen. Der Billigflieger greift die Lufthansa seit März an ihrem Heimatflughafen an. Von derzeit zwei Maschinen soll die dort stationierte Ryanair-Flotte im kommenden Winter zunächst auf sieben Jets wachsen. Der Flughafenbetreiber Fraport hatte mit Gebührenrabatten für neue Strecken Ryanair und andere Billigflieger angelockt.

Folgen des Brexit-Referendums

beb/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.