Brexit-Stau Containerchaos in britischen Häfen treibt Preise

Seit Wochen verstopfen Container die britischen Häfen, Firmen wollen ihre Bestände noch vor möglichen Zollkontrollen auffüllen. Für Händler ist das teuer, Verbraucher brauchen Geduld – besonders vor Weihnachten.
Container im Hafen von Belfast: »Die Zeche zahlen die Verbraucher«

Container im Hafen von Belfast: »Die Zeche zahlen die Verbraucher«

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PAUL FAITH / AFP

Handelsverbände warnen wegen chaotischen Zuständen in britischen Häfen vor höheren Preisen und verzögerten Lieferungen vor Weihnachten. Nach einem herausfordernden Jahr seien die Unternehmen nicht in der Lage, höhere Lieferkosten auszugleichen, sagte die Chefin des Handelsverbandes BRC, Helen Dickinson.

»Die Zeche zahlen die Verbraucher«, sagte Dickinson. Weihnachtspakete könnten sich verspäten und Händlern bleibe keine andere Wahl, als die Preise zu erhöhen. Gemeinsam mit dem Verband der Lebensmittel- und Getränkehersteller forderte der BRC das Parlament zu einer Untersuchung der Lage auf.

An den britischen Häfen wie dem wichtigen Containerhafen Felixstowe an der Nordsee und Southampton am Ärmelkanal stauen sich seit Wochen die Container. Der Grund sind einerseits Verzögerungen wegen der Coronakrise. Andererseits versuchen jedoch auch viele Unternehmen, vor Ablauf der Brexit-Übergangsphase am 31. Dezember ihre Lagerbestände aufzufüllen. Auf den Autobahnen kommt es zu langen Lastwagenstaus. Auch die Spielzeughersteller hatten vor Lieferproblemen vor Weihnachten und höheren Preisen gewarnt.

Container 25 Prozent teurer als vor einer Woche

Händler hätten es schwer, ihre Lagerbestände für die Weihnachtszeit und für das Ende der Brexit-Übergangszeit aufzubauen, so die Verbände. Teilweise würden Sendungen in andere Häfen umgeleitet. »Einige Verzögerungen sind jedoch unvermeidlich.« Nach Ablauf der Brexit-Übergangszeit werde der Druck auf die britischen Häfen noch weiter zunehmen.

Händler fürchten, dass es bei einem No-Deal-Brexit zu noch größeren Behinderungen kommen könnte. Wenn es Zollkontrollen für den Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien gibt, droht nämlich ein Lkw-Chaos rund um den Hafen von Dover .

Temporäre Kontrollstelle in der nordirischen Hafenstadt Larne wird aufgebaut

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Foto: Liam Mcburney / dpa

Bereits jetzt schießen die Transportkosten in die Höhe: Teilweise würden für Container 25 Prozent mehr verlangt als eine Woche zuvor, Häfen verlangten zudem Staugebühren. Unternehmen hätten bereits Hunderttausende Pfund verloren. »Diese Probleme müssen dringend angegangen werden. Eine Untersuchung würde die notwendige Kontrolle liefern, um unsere Häfen wieder frei fließen zu lassen«, sagte BRC-Chefin Dickinson.

Der Hafenverband BPA forderte unterdessen mehr Geld, um rechtzeitig die nötige Grenzinfrastruktur sicherzustellen. »Diese Infrastruktur wird benötigt, unabhängig davon, ob es zu einem Brexit-Handelspakt kommt oder nicht«, sagte BPA-Chef Richard Ballantyne. »Wir fordern die Regierung dringend auf, weitere Mittel bereitzustellen, damit alle Häfen im ganzen Land für den Brexit bereit sind.«

apr/dpa
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