Harter Brexit Supermärkte und Fast-Food-Ketten warnen vor Versorgungsproblemen

Von Marks & Spencer bis zu McDonald's: Bekannte Supermarkt- und Fast-Food-Ketten haben einen Brandbrief ans britische Parlament geschrieben. Ohne Brexit-Abkommen seien "Auswahl, Qualität und Haltbarkeit" von Produkten in Gefahr.

Sainsbury's-Lieferwagen in London
REUTERS

Sainsbury's-Lieferwagen in London


In einem Brief an die britischen Abgeordneten haben die Chefs mehrerer Supermärkte und Fast-Food-Ketten vor Versorgungsproblemen im Falle eines harten Brexit gewarnt. Sie forderten, "dringend eine Lösung zu finden", um einen EU-Austritt ohne ein klares Abkommen zu vermeiden. Andernfalls bestehe die große Gefahr, dass die derzeitige "Auswahl, Qualität und Haltbarkeit" der Produkte nicht aufrechterhalten werden könne.

Bei einem sogenannten harten Brexit werde es außerdem einen nicht zu vermeidenden "Druck auf die Lebensmittelpreise" wegen höherer Transportkosten und Zölle geben, heißt es in dem Schreiben weiter. Schon vor dem Brexit sind die Importkosten von Lebensmitteln durch durch Kursverluste des britischen Pfunds gestiegen, was besonders ärmere Briten zu spüren bekommen.

Unterschrieben haben den Brief die Spitzen von zehn Märkten und Ketten, darunter Co-op, Sainsbury's Chart zeigen, Marks & Spencer Chart zeigen, Lidl, McDonald's Chart zeigen, Kentucky Fried Chicken sowie die britische Händlervereinigung (BRC). Nicht dabei sind unter anderem die größte Supermarktkette Tesco Chart zeigen sowie der deutsche Discounter Aldi.

Rund ein Drittel der in Großbritannien konsumierten Lebensmittel stammt aus der Europäischen Union. Die Unterzeichner des Schreibens verwiesen auf die besonders "akute" Lage im März, da die heimische Produktion dann gering sei. In dieser Zeit stammten etwa "90 Prozent unseres Salats, 80 Prozent unserer Tomaten und 70 Prozent unserer Waldfrüchte aus der EU".

Das britische Unterhaus hatte das mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen Mitte Januar mit großer Mehrheit abgelehnt. Am Dienstagabend stimmen die Abgeordneten über eine Reihe von Anträgen ab. Einige Parlamentarier fordern dabei eine Verschiebung des EU-Austritts zugunsten weiterer Verhandlungen mit Brüssel. Andere sprechen sich für eine völlig neue Brexit-Strategie, einen Austritt ohne Abkommen oder ein zweites Referendum aus.

dab/AFP

insgesamt 146 Beiträge
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gruenerfg 28.01.2019
1. Vorteil EU-Austritt
Vielleicht besinnen sich die Briten dann auch an gutes, gesundes Essen. Ich kann keinen Nachteil finden.
isi-dor 28.01.2019
2.
Da die Briten nur einen Bruchteil der benötigten Lebensmittel selbst herstellen, dürfte das ein legitimes Ansinnen sein. Die Gefahr kann nicht von der Hand gewiesen werden, dass es zu Versorgungsengpässen kommt. UK scheidet ja auch aus den Lieferverträgen zwischen der EU und Drittländern aus und müsste diese Verträge erst langwierig neu verhandeln. Eins dürfte feststehen: billiger wird es dadurch für die Briten sicher nicht. Ihr Markt ist im Vergleich zur EU winzig und daher nicht lukrativ genug.
Rot2010 28.01.2019
3. May: Brexit means Brexit and we will make a success of it!
It really looks like becoming a success: preparations for martial law, solders on stand by to protect the government against furious people (by the way british people) and riots, shortage of food and medication, companies leaving the UK with massive job losses . Dear Brits, sorry to say but this woman Mrs May is a lunatic and an incompetent daydreamer and you also fell for these populist idiots Faraghe and Boris Johnson. Good luck with your successful Brexit and Goodbye.
isi-dor 28.01.2019
4.
Zitat von gruenerfgVielleicht besinnen sich die Briten dann auch an gutes, gesundes Essen. Ich kann keinen Nachteil finden.
Aber wo sollen sie das hernehmen, wenn auf der Insel nur Schafe und wenig Gemüse wächst
m.klagge 28.01.2019
5. Hurra!
Rationierung und Lebensmittelmarken kommen als nächstes. Wir werden dem dummen Volk schon beibringen sich den Wünschen der Banken und der Industrie zu widersetzen. Es gibt keine Alternativen zum neoliberalen Europa Marke "Brüssel".
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