Wirtschaftszuzug Brexit treibt Firmen nach Deutschland

Weniger chinesische, dafür mehr britische Unternehmen: Deutschland ist bei ausländischen Unternehmern so beliebt wie nie. Mehr als 2000 ausländische Firmen ließen sich 2018 hierzulande nieder.

Skyline von Frankfurt am Main
AP

Skyline von Frankfurt am Main


In Deutschland haben sich 2018 so viele ausländische Unternehmen neu angesiedelt wie nie. 2062 Firmen hätten in Europas größter Volkswirtschaft Kapazitäten auf- oder ausgebaut, teilte die dem Wirtschaftsministerium zuzurechnende Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade and Invest (GTAI) mit.

Etwa ein Drittel der ausländischen Unternehmen konzentriert ihr Engagement in Deutschland demnach zunächst auf Marketing und Vertrieb: 17 Prozent der Firmen nutzen Deutschland laut GTAI als Produktions- und Forschungsstandort.

Die meisten Investitionsprojekte kamen nach den offiziell veröffentlichten Zahlen aus den USA mit 345. Auf den Plätzen folgten Schweizer Firmen (229 Projekte), chinesische Unternehmen (188) und Unternehmen aus dem Vereinigten Königreich (168).

Chinesische Investitionen gehen zurück

Die Zahl der britischen Firmengründungen stieg damit seit dem Votum zum Austritt des Landes aus der EU im Sommer 2016 um 34 Prozent. Der Brexit scheint also Firmen nach Deutschland zu treiben.

Der deutsche Markt scheint für chinesische Investoren dagegen rauer geworden zu sein. Die Zahl der chinesischen Firmenansiedlungen sank im gleichen Zeitraum um 33 Prozent.

Insgesamt sei Deutschland "ein beliebter Investitionsstandort für ausländische Unternehmen", bilanzierte GTAI-Geschäftsführer Robert Hermann. "Besonders hervorzuheben ist, dass nie zuvor so viele britische Firmen sich in Deutschland angesiedelt haben wie im vergangenen Jahr."

Zu den beliebtesten Branchen zählen laut GTAI vergangenes Jahr insbesondere Unternehmens- und Finanzdienstleistungen, gefolgt vom IKT- und Software-Sektor, Konsumgütern sowie Maschinenbau und Zubehör.

apr/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
GoaSkin 13.05.2019
1.
Man kann von unserer Kanzlerin und allen politischen Versäumnissen halten, was man will. Die deutsche Wirtschaft profitiert vor allem davon, dass es die Anderen noch schlechter machen.
YvesBrunner 13.05.2019
2.
Und wieviele selbständige sind in der Gleichen Zeit in ein anderes Land gegangen? Was ein einseitiger Artikel, es gehen mehr Unternehmen weg, als zuziehen. Hört sich natürlich anders an, wenn man nur die eine Zahl erwähnt.
hansi_wurst 13.05.2019
3. Immer weiter, immer mehr, immer größer...
Ein sehr bitteres Szenario. Warum bitteschön investieren besagte Firmen nicht in Ländern, die einen Aufschwung und damit Arbeitsplätze dringend benötigen? Wie z.B. Griechenland? Deutschland geht es doch gut. Muss es noch mehr und noch mehr werden? Noch mehr Verkehr? Noch mehr Menschen ohne ausreichend finanzierbaren Wohnraum? Irgendwann MUSS Schluss sein mit dieser Mentalität - immer mehr. Es reicht!
janos71 13.05.2019
4. Nich nur der Brexit als Ursache
Das so viele Firmen aus Westeuropa sich in D niederlassen liegt sicherlich nicht nur am Brexit (die Schweiz und USA lagen auf den vordersten Plätzen) sondern sicherlich auch am geringen Lohnniveau in D. Für die Schweizer sind die deutschen Löhne Billiglohn in Westeuropa und somit können die sehr guten Schweizer Produkte recht günstig hier in D produziert werden. Das westeuropäische Billiglohnland heißt mittlerweile D.
Kleinunternehmer 13.05.2019
5.
Zitat von YvesBrunnerUnd wieviele selbständige sind in der Gleichen Zeit in ein anderes Land gegangen? Was ein einseitiger Artikel, es gehen mehr Unternehmen weg, als zuziehen. Hört sich natürlich anders an, wenn man nur die eine Zahl erwähnt.
Nur wenige. Im Gegenteil kommen immer mehr deutsche Unternehmen zurück. Schon deshalb, weil hier ein sicherer Investitionsstandort ist und wir im Herzen Europas liegen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.