Sorge um Flugrechte Easyjet greift wegen Brexit nach TUIfly

Britische Unternehmen bereiten sich auf den Brexit vor: Easyjet will sich nach Informationen des manager magazin über die deutsche TUIfly Flugrechte in der EU sichern. Die Versicherungsbörse Lloyd's zieht sogar teilweise aufs Festland um.

Maschinen von Easyjet und TUIfly (Montage)
[M] REUTERS, DPA

Maschinen von Easyjet und TUIfly (Montage)


Der britische Billigflieger Easyjet Chart zeigen steht wegen des Brexit kurz vor einem Einstieg bei der deutschen TUIfly. Das berichtet das manager magazin unter Berufung auf Insider in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Die Briten wollten damit verhindern, dass Großbritanniens geplanter EU-Austritt das Geschäft in Kontinentaleuropa gefährdet.

Easyjet-Chefin Carolyn McCall hatte noch vor wenigen Monaten betont, dass ihr Unternehmen an einer Übernahme anderer Airlines nicht interessiert sei. Das Votum der Briten zum Ausstieg aus der EU hat die Managerin nun offenbar umgestimmt. TUIfly, eine Tochter des Reisekonzerns TUI, könnte mit seinem Sitz in Hannover wichtige Flugrechte für Easyjet sichern.

Der Verlust sogenannter Passporting Rights droht auch britischen Finanzunternehmen, die mithilfe der Lizenzen bislang von London aus Finanzprodukte in der ganzen EU verkaufen dürfen. Die Versicherungsbörse Lloyd's will dem nun zuvorkommen. Schon zu Beginn der Brexit-Verhandlungen wolle man ein zweites Standbein in der EU eröffnen, sagte Verwaltungsratschef John Nelson am Donnerstag. Die Vorbereitungen für den Umzug einiger Geschäftsbereiche liefen bereits. "Unser Ziel ist es, einen Notfallplan zu haben."

Lloyd's ist tief in London verwurzelt, wo es Ende des 17. Jahrhunderts aus einem Kaffeehaus heraus entstand. Das Unternehmen vermittelt Verträge zwischen Versicherungsanbietern und ihren Kunden - etwa in der Schifffahrt. 2015 nahm Lloyd's etwa elf Prozent seiner Prämien in der EU ein.

Die britische Premierministerin Theresa May hatte zuletzt angekündigt, den Austrittsantrag nicht mehr in diesem Jahr zu stellen. Der irische Ministerpräsident Enda Kenny sagte unter Berufung auf britische Regierungsmitglieder, im Januar oder Februar 2017 könnten die Verhandlungen aufgenommen werden. Danach hat Großbritannien zwei Jahre Zeit, um die Details der künftigen Beziehungen zur EU zu regeln.

dab/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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INGXXL 22.09.2016
1. Warum verlegt EasyJet nicht seinen Sitz nach
Irland? Zahlt weniger Steuern und alles ist easy.
charlyhotelfox 22.09.2016
2. Bitte entweder easyJet & TUIfly oder Easyjet & Tuifly...
...sieht gleich viel schöner aus!
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