Brexit-Folgen Britische Bauern keulen Hunderte Schweine

Weil in Großbritannien nach dem Brexit die Schlachter fehlen, sind die Schweineställe voll. Nun töten Bauern die ersten Tiere, um Platz zu schaffen. Tausenden weiteren Schweinen droht dasselbe Schicksal.
Schweine auf einer Farm in Südostengland (Archivbild): Der Platz wird knapp

Schweine auf einer Farm in Südostengland (Archivbild): Der Platz wird knapp

Foto: DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP

Zahlreiche ausgewachsene Tiere, aber zu wenige Mitarbeiter auf den Schlachthöfen: weil es an Fachkräften fehlt, haben erste Bauern in Großbritannien nun mit der Keulung von Schweinen begonnen. Etwa 600 gesunde Schweine, die man nicht habe zum Schlachthof bringen können, seien getötet worden, teilte der Schweinebauernverband National Pig Association mit. Zwar gebe es noch keine Massenkeulungen, aber die Maßnahme zeige, dass die Krise Folgen habe. Der Verband hatte gewarnt, dass bis zu 120.000 Schweine gekeult werden müssten, falls nicht bald mehr Personal eingestellt werde.

Für viele Bauern sei es äußerst belastend, die Schweine grundlos zu töten, sagte der Sprecher. Viele holten sich Hilfe von außerhalb.

In Großbritannien fehlen in vielen Branchen Fachkräfte, auch in der Fleischverarbeitung. Das liegt auch an den Folgen des Brexits, da viele Arbeiter vor allem aus Osteuropa während der Coronapandemie das Land verlassen haben, neue strenge Einwanderungsregeln nun aber die Einreise für Arbeitssuchende erschweren. Schlachthöfe können wegen der fehlenden Spezialisten den Schweinebauern nicht mehr genug Tiere abnehmen – deshalb wird auf den Farmen der Platz knapp.

Die Regierung will nun unter anderem 5000 Lastwagenfahrer und 5500 Spezialisten für die Geflügelverarbeitung aus dem Ausland mit Sondervisa ins Land holen. Das reicht aber nach Schätzungen der Wirtschaft bei Weitem nicht aus.

mic/dpa
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