Bieterschlacht um Stephen-King-Verlag Bertelsmann sticht Rupert Murdoch aus

Der US-Verlag Simon&Schuster verlegt viele Starautoren – und wird in Zukunft wohl zu Bertelsmann gehören. Der Konzern aus Gütersloh setzte sich in der milliardenschweren Bieterschlacht gegen namhafte Konkurrenz durch.
Wird von Simon&Schuster verlegt: Erfolgsautor Stephen King

Wird von Simon&Schuster verlegt: Erfolgsautor Stephen King

Foto: Francois Mori/ AP/dpa

Der Medienriese Bertelsmann kauft die US-Verlagsgruppe Simon&Schuster, zu deren Autoren unter anderem Erfolgsautor Stephen King zählt. Bertelsmann baut damit seine Position als weltgrößter Buchverlag aus.

Der Gütersloher Konzern übernimmt die Verlagstochter von ViacomCBS für rund 2,18 Milliarden Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sprach von einem Meilenstein zur Stärkung des globalen Geschäfts.

»Das Buch ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich für Bertelsmann«, sagte Rabe. Es habe seit Verlagsgründung vor 185 Jahren »nichts von seiner Attraktivität verloren.« Man stemme den Deal aus Barmitteln und wolle den Kauf im Laufe des nächsten Jahres abschließen. Bertelsmann stach damit Rupert Murdochs News Corp. aus.

Winken die Behörden den Deal durch?

Im April hat Bertelsmann bereits die restlichen 25 Prozent an Penguin Random House vom britischen Verlag Pearson übernommen. Simon&Schuster, die Heimat von Autoren wie Stephen King, John Irving und Hillary Clinton, soll als eigene Einheit unter dem Dach von Penguin Random House weitergeführt werden. Der 1924 gegründete Verlag mit seinen rund 2000 Neuerscheinungen im Jahr beschäftigt weltweit rund 1500 Menschen und erwirtschaftete 2019 etwa 814 Millionen Dollar Umsatz.

Penguin Random House beschäftigt mit seinen mehr als 320 Verlagen rund 10.000 Mitarbeiter auf sechs Kontinenten. Vorige Woche kam der erste Band der Memoiren des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama (»Ein verheißenes Land«) auf den Markt. Insgesamt erschien das Buch zeitgleich in 26 Sprachen, allein in den USA mit einer Erstauflage von drei Millionen Exemplaren. Mit der Familie Obama hat Bertelsmann gute Erfahrungen gemacht. Das Buch »Becoming« der früheren First Lady der USA, Michelle Obama, wurde 15 Millionen Mal verkauft und damit zu einem der größten Bestseller der vergangenen Jahre.

Kartellrechtliche Bedenken wegen Simon&Schuster sieht Manager Rabe nicht. Er sei zuversichtlich, dass die Wettbewerbshüter in den USA und in anderen Ländern dem Kauf zustimmten. Penguin Random House und Simon&Schuster kämen in den USA zusammen nur auf einen Umsatzanteil von unter 20 Prozent. Zudem müsse man berücksichtigen, dass der Onlinehändler Amazon eine immer größere Rolle auf dem Buchmarkt spiele.

beb/dpa
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