Büro-Alltag Hilfe, mein Kollege stinkt!

Die Situation ist extrem heikel: Ein enges Büro, viele Personen - und einer der Kollegen riecht unangenehm. Wie sagt man es ihm nur? Oder soll man das Thema lieber totschweigen? Managementberater Rüdiger Klepsch gibt Tipps.
Büro-Situation (Symbolbild): Dezent einen Deo-Stift auf den Schreibtisch stellen?

Büro-Situation (Symbolbild): Dezent einen Deo-Stift auf den Schreibtisch stellen?

Foto: Corbis

Hamburg - Es ist eine äußerst unangenehme Situation, vor allem wenn das Büro eng ist: Einer der Kollegen stinkt! Wie spreche ich das Thema nur an? Die meisten Menschen stehen in einer solchen Lage hilflos da. Wie soll man seiner Nase zu deren gutem Recht verhelfen - ohne den anderen zu kränken?

Viele helfen sich mit Notmaßnahmen. Sie öffnen - sofern vorhanden - die Fenster. Oder sie suchen - im doppelten Sinne - Abstand zu dem übelriechenden Kollegen.

Das persönliche Gespräch unter vier Augen hingegen meiden die meisten. Doch allein das ist die Lösung für alle Beteiligten. Denn der Betroffene weiß oft gar nicht, dass er einen unangenehmen Körpergeruch verbreitet. Schließlich kann man den eigenen Schweiß- und Mundgeruch nur beschränkt wahrnehmen.

Fest steht: Oft lässt sich das Problem auf eine einfache Ursache zurückführen. So können körperliche Erkrankungen zum Teil extremen Schweißgeruch zur Folge haben. Dagegen kann man in der Regel etwas tun, auch Mundgeruch lässt sich effektiv behandeln.

Nur: Der Anstoß muss erfolgen! Einer muss den Mut haben, die Angelegenheit zu thematisieren.

Was auf gar keinen Fall geht:

  • Schweigen. Das Thema gar nicht anzusprechen, hilft nicht weiter.
  • Gruppengespräche anberaumen. So verlagert man die Verantwortung nur auf die Gruppe.
  • Dezent einen Deo-Stift auf den Schreibtisch stellen.
  • Hinter dem Rücken des Betroffenen reden. Das sorgt nur für schlechtes Klima, das Problem bleibt jedoch ungelöst.

Aber was soll man dann tun? Es gibt nur eins: Seien Sie mutig - aber mit Fingerspitzengefühl!

Der erste Schritt: Ein vertrauliches Gespräch unter vier Augen vereinbaren. Als erstes die eigenen Beobachtungen konkret benennen ("Gestern, als wir das Projekt xy besprochen haben, fiel mir bei Ihnen ein starker Körpergeruch auf...").

Der nächste Schritt: Schildern Sie im Gespräch, was die Beobachtung bei Ihnen auslöst ("Das führt dazu, dass ich mich abwende, weil es mich belastet...").

Abschluss des Gesprächs: Äußern Sie gegenüber Ihrem Kollegen den Wunsch, dass er zu einem Arzt geht, um sich beraten zu lassen. Falls er nicht glauben möchte, dass er riecht, bitten Sie andere vertraute Menschen, aktiv dem betreffenden Kollegen Rückmeldung zu dessen Körpergeruch zu geben.

Falls Sie der Vorgesetzte des übelriechenden Kollegen sind, können Sie es nicht darauf beruhen lassen. Vereinbaren Sie einen Folgetermin, um Veränderungen gemeinsam "feiern" zu können.

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