Büro-Alltag Loben leicht gemacht

"Danke! Das war super!" So was hören Sie fast nie? Das geht vielen so, gerade im Job. Kollegen wissen oft nicht, wie man Anerkennung ausdrückt - und machen sich den Arbeitsalltag unnötig schwer. Managementberater Rüdiger Klepsch zeigt, warum Lob so wichtig ist und wie man es richtig spendet.
Arbeitskollegen: Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug? Weit gefehlt!

Arbeitskollegen: Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug? Weit gefehlt!

Foto: Corbis

Zu wenig Anerkennung für Geleistetes wird häufig beklagt. Dahinter steht die Haltung: Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug! Auch Kollegen untereinander neigen selten dazu, sich untereinander zu loben. Die Folgen: Unzufriedenheit, Unsicherheit und mangelnde Motivation.

Dabei ist das Loben ganz einfach. Sie müssen nur folgende Grundregeln beachten.

Was auf keinen Fall geht:

  • Vermeiden Sie allgemeines, inflationäres Lob, das so wirkt, als lobten Sie nur aus Prinzip. Ihr Kollege sollte stets das Gefühl haben, dass Sie sich mit seiner Arbeit auch tatsächlich näher befasst haben.
  • Sie denken sich: Mich lobt ja auch keiner - warum also sollte ich es tun? Das ist der falsche Ansatz. Einer muss mit dem Loben anfangen - nur dann werden es auch andere tun. Sprechfaulheit ist keine Entschuldigung!
  • Loben Sie nur dann, wenn Ihr Kollege etwas wirklich Lobenswertes vollbracht hat. Wer durchschnittliche Leistungen preist, wirkt unglaubwürdig.
  • Ironie und Lob passen nicht zusammen! Sprüche wie "Für Ihre Verhältnisse war das nicht schlecht!", richten mehr Schaden als Nutzen an.

Wie lobe ich also richtig? Wir schlagen folgendes Drei-Schritte-Programm vor.

Der erste Schritt: Machen Sie eine Übung. Setzen Sie sich mit Ihrem Lebenspartner hin und nehmen Sie sich vor, sich gegenseitig, abwechselnd fünf Minuten nur zu loben - für Dinge, die Sie auch wirklich gut finden.

Danach beobachten Sie einfach, wie es Ihnen geht. Es wird Ihnen sehr, sehr gut gehen! Außerdem wissen Sie danach, ob Sie überhaupt loben können - und ob Sie mit Lob umgehen können.

Der zweite Schritt: Loben Sie konkret . Praktizieren Sie das SBI-Prinzip:

(S)ituation: In der Situation …
(B)eobachtung: … habe ich … an dir beobachtet, …
(I)nterpretation: … das finde ich große Klasse.

Der dritte Schritt: Genießen Sie das danach einsetzende warmherzige Flow-Gefühl. Und: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf einmal gelobt werden!