Büro-Alltag Wie kann ich meine Karriere anschieben?

Man rödelt und rödelt - und trotzdem geht es beruflich nicht weiter. Ein möglicher Grund sind flache Hierarchien: Sie lassen weniger Aufstiegsmöglichkeiten zu. Aber was kann man dann tun? Managementberater Rüdiger Klepsch hilft bei Ihrem persönlichen Karriere-Plan.
Blick nach oben: Individuelle Entwicklungspläne für die Mitarbeiter gibt es nur sehr selten

Blick nach oben: Individuelle Entwicklungspläne für die Mitarbeiter gibt es nur sehr selten

Foto: Corbis

Füße hoch und abwarten reicht nicht: Wenn Sie Ihre Karriere vorantreiben möchten, müssen Sie selbst etwas tun. Schließlich erstellen nur wenige Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter einen individuellen Entwicklungsplan. Was ist also zu tun? Werden Sie Ihr eigener CEO! Und machen Sie Ihren eigenen Entwicklungsplan!

Wie kommt man zu einem Entwicklungsplan?

Nach meiner Erfahrung gehen die Karrieren schief, die allein aus der Vorstellung des Statusgewinns gesteuert werden. Viel wichtiger ist: Was wollen Sie selbst? Wenn die grobe Richtung - also ob Sie lieber eine Führungskarriere anstreben oder aber eine Fachkarriere vorziehen - geklärt ist, geht es an die Details.

  • Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen? Wenn nicht: Lassen Sie sich von möglichst vielen unterschiedlichen Menschen Rückmeldung geben. In vielen Unternehmen gibt es bereits Jahresmitarbeitergespräche, um eine Rückmeldung über die wahrgenommene Leistung durch den Vorgesetzten zu erhalten.
  • Wenn nicht, drehen Sie den Spieß um: Bitten Sie Ihren Chef einmal im Jahr um eine differenzierte Rückmeldung zu Ihren beruflichen Leistungen!

Die Rückmeldungen, die Sie am meisten ärgern oder die Sie überraschen, sind die wichtigsten. Fragen Sie nach und lassen Sie sich dabei nicht mit oberflächlichen Aussagen abspeisen. Rechtfertigungen interessieren nicht! Und natürlich gilt: Zuhören heißt nicht zustimmen!

Variante 1: Es gibt in der Firma tatsächlich Aufstiegsmöglichkeiten

Nehmen Sie sich einen Zeitraum von maximal einem Jahr. Schreiben Sie sich auf, was idealerweise das Ergebnis sein soll. Achtung: Setzen Sie sich realistische Ziele und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Die Stärken zu stärken ist eindeutig leichter, als Defizite abzubauen. Ganz besonders dann, wenn Sie keinen Coach oder Mentor haben, der Sie zwischenzeitlich motiviert. Eine gute Übung ist es, die gefundenen Entwicklungsziele SMART zu machen:

  • S = spezifisch: Ist das Ziel ausreichend spezifiziert?
  • M = messbar: Woran wollen Sie den Erfolg messen?
  • A = abgestimmt: Passt das Ziel in Ihre Arbeit?
  • R = realistisch: Ist es, was zum Beispiel den Zeitbedarf oder die vorhandenen Kompetenzen angeht, umsetzbar?
  • T = terminiert: Setzen Sie sich sinnvolle Zwischen- und Abschlusstermine!

Werten Sie Ihre Ergebnisse nach dem selbst gesetzten Zeitraum aus - und zwar anhand Ihres vorab niedergeschriebenen Zielbildes.

Natürlich muss Ihre Umgebung von Ihren Bemühungen auch etwas mitbekommen. Bescheidene Zurückhaltung - oder als anderes Extrem Angeberei - sind kontraproduktiv. Wenn Sie dagegen Ihren Vorgesetzten und eventuell die Personalabteilung von vorneherein mit eingebunden haben, wird die zu beobachtende Veränderung für Sie sprechen.

Variante 2: Es gibt in der Firma keine adäquaten Karrieremöglichkeiten

Auch hier bleibt Ihre Fortentwicklung eine Holschuld. Jetzt heißt es sich weiterqualifizieren durch Weiterbildungen. Die IHK Berlin hat in einer Studie mit 11.000 Weiterbildungsteilnehmern festgestellt: Rund 70 Prozent gaben an, eine höhere Position und einen größeren Verantwortungsbereich erreicht zu haben, 61 Prozent beziehen ein höheres Gehalt und jeder Fünfte findet, dass er die an ihn gestellten Aufgaben besser bewältigen kann. Für ein knappes Drittel sicherte die Weiterbildung den Arbeitsplatz, sieben Prozent fanden so einen neuen Job. Sehr schnell ergeben sich also neue Perspektiven durch neue Inhalte, neue Themen und neue Menschen, die Sie kennen lernen.

Selbst wenn Sie die angestrebte Position dann trotzdem nicht bekommen sollten, werden Sie sich persönlich weiterentwickelt haben. Und es geht in die nächste Runde. Kein CEO hat immer Erfolg!

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