»Erfreuliche Bilanz« Bund steigt bei Lufthansa aus

Die Lufthansa ist wieder in privaten Händen: Der Bund hat seine zuletzt verbliebene Beteiligung von zehn Prozent früher als geplant verkauft – mit einem dicken Gewinn.
Lufthansa-Maschinen am Berliner Flughafen Schönefeld (2020): Rettungsaktion beendet

Lufthansa-Maschinen am Berliner Flughafen Schönefeld (2020): Rettungsaktion beendet

Foto: Fabrizio Bensch/ REUTERS

Es war eine Rettungsaktion im Zuge der Coronakrise: Mit Stillen Einlagen und einer Aktienbeteiligung von 20 Prozent hatte der Bund die Lufthansa 2020 gestützt. Nach zwei Jahren ist der staatliche Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) nun wieder bei der Fluggesellschaft ausgestiegen. Und zwar mit einem deutlichen Gewinn.

Der WSF habe die restlichen 74,4 Millionen Lufthansa-Aktien am Dienstagabend für insgesamt 455 Millionen Euro bei internationalen Investoren platziert, teilte die Finanzagentur des Bundes mit.

Mit dem Verkauf der Aktien habe der WSF insgesamt 1,07 Milliarden Euro erlöst. Unter dem Strich sei ein Gewinn von 760 Millionen Euro übriggeblieben, rechnete die Finanzagentur vor. Die Stillen Einlagen hatte die Lufthansa bereits im Herbst 2021 getilgt.

»Mit dieser erfreulichen Bilanz endet die Beteiligung des WSF und das Unternehmen liegt wieder in privaten Händen«, sagte die scheidende Chefin der Finanzagentur, Jutta Dönges, die für den WSF verantwortlich ist. Die Stabilisierung der Lufthansa sei damit abgeschlossen. Der Staat steigt früher aus, als er sich zum Ziel gesetzt hatte: Eigentlich sollte der WSF die restlichen Aktien erst bis zum Herbst 2023 verkaufen.

Das letzte Paket von 6,2 Prozent platzierten die Deutsche Bank und Goldman Sachs zum Preis von 6,11 Euro je Aktie. Das sind 3,4 Prozent weniger als der Xetra-Schlusskurs vom Dienstag von 6,32 Euro.

Ende Juli hatte der Bund seinen Anteil bereits auf weniger als zehn Prozent reduziert, seither hat er offenbar weitere Aktien in kleineren Stückzahlen auf den Markt geworfen und den Anteil abgeschmolzen.

Der Luftfahrtsektor war im Jahr 2020 eine der ökonomisch am härtesten von der Coronapandemie getroffenen Branchen. Der Bund stützte die Lufthansa im Juni 2020 durch Stabilisierungsmaßnahmen in Höhe von bis zu sechs Milliarden Euro.

mmq/Reuters/dpa
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