Milliardendeal Bund verkauft Immobiliengesellschaft an Finanzinvestor

Der Bund hat sein größtes Privatisierungsvorhaben seit fünf Jahren abgeschlossen. Die Gewerbesparte der Immobiliengesellschaft TLG mit fast 800 Büros, Läden, Restaurants und Pflegeheimen wird für 1,1 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Lone Star verkauft.

Berlin/Frankfurt am Main - Kurz vor Jahresende hat der Bund die Gewerbesparte seiner milliardenschweren Immobiliengesellschaft TLG verkauft. Rund 780 Büros, Einzelhandelsflächen, Restaurants und Pflegeheime gehen für 1,1 Milliarden Euro inklusive Schulden an den Finanzinvestor Lone Star, wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte.

Schon im November hatte der Bund die gut 11.000 Wohnungen der TLG an den Hamburger Immobilienkonzern TAG verkauft - für knapp eine halbe Milliarde Euro. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann damit jetzt einen Schlussstrich unter die größte Privatisierung seit fünf Jahren ziehen. Ein erster Versuch war auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2008 noch gescheitert.

"Die gegenwärtige Marktsituation war aus Sicht des Bundes ein idealer Zeitpunkt für den Verkauf der TLG-Gruppe", sagte Schäuble. Mit einem Verkaufsvolumen von insgesamt knapp 1,6 Milliarden Euro war die TLG die mit Abstand größte Immobilientransaktion in Deutschland in diesem Jahr. Dem Bund fließt davon netto etwa die Hälfte zu. Der Rest sind Schulden der TLG-Einheiten, die für die jeweiligen Erwerber Teil des Kaufpreises sind. Das Geld fließt nach Angaben aus Regierungskreisen aber erst im kommenden Jahr in den Bundeshaushalt.

Schäuble sprach von einem "guten Erlös im Sinne der Steuerzahler". Der Bund trage keinerlei Finanzierungsrisiken. Die ostdeutsche TLG, eine Altlast der Treuhand, ist profitabel. Im Jahr 2011 hatte sie ein Rekordergebnis von 41 Millionen Euro eingefahren. In der Branche wird damit gerechnet, dass Lone Star den Bestand schnell bereinigt und viele Immobilien abverkauft. Der Finanzinvestor selbst äußerte sich zunächst nicht zu seinen Plänen.

nck/Reuters
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