Verdacht auf Preisabsprache Kartellamt ermittelt gegen Bierbrauer

Das Bundeskartellamt ermittelt gegen die deutsche Bierbranche. Von der groß angelegten Untersuchung sind auch bekannte Bierbrauereien wie Krombacher und Warsteiner betroffen. Sollten den Unternehmen Preisabsprachen nachgewiesen werden, drohen dreistellige Millionenstrafen.
Biertrinker beim Anstoßen: 24 Premiummarken sollen betroffen sein.

Biertrinker beim Anstoßen: 24 Premiummarken sollen betroffen sein.

Foto: C3344 Stephan Jansen/ dpa

Bonn - Das Bundeskartellamt ermittelt gegen mehrere große Brauereien wegen möglicher illegaler Preisabsprachen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" sollen rund ein Dutzend Brauereien mit einem Marktanteil von insgesamt rund 50 Prozent ins Visier der Kartellwächter geraten sein, insgesamt seien 24 Premiummarken betroffen. Das Magazin sprach vom größten Kartellverfahren in der Geschichte der deutschen Bierbranche.

Die Brauereien Warsteiner und Krombacher bestätigten, dass die Bonner Wettbewerbsbehörde auch gegen sie ermittelt. Wie Warsteiner mitteilte, hat das Bundeskartellamt die Brauerei bereits im ersten Halbjahr 2012 davon unterrichtet, dass gegen sie ermittelt wird. Es gehe um mögliche Preisabsprachen mit Wettbewerbern.

"Das Ermittlungsverfahren betrifft auch unser Unternehmen", sagte ein Sprecher der Krombacher Brauerei. Das Unternehmen stehe in Kontakt mit dem Kartellamt, wolle aber zu laufenden Ermittlungen keine Angaben machen.

Laut "Focus" gehören auch die internationalen Brauerei-Gruppen Carlsberg (Holsten), AB-Inbev (Becks) sowie die Familienunternehmen Erdinger, Bitburger und die Getränkesparte des Oetker-Konzerns mit den Marken Radeberger und Jever zu den beschuldigten Brauerein. Sollte den Unternehmen Preisabsprache nachgewiesen werden, drohten ihnen Strafen in dreistelliger Millionenhöhe.

kut/dpa/Reuters
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