"Wettbewerblich unbedenklich" Kartellamt genehmigt N24-Übernahme durch Springer

Der Medienkonzern Axel Springer hat die Erlaubnis, den Nachrichtensender N24 zu übernehmen. Das Bundeskartellamt genehmigte den Kauf, die Übernahme sei wettbewerblich unbedenklich.
Axel-Springer-Verlag: Übernahme des Fernsehsenders N24 genehmigt

Axel-Springer-Verlag: Übernahme des Fernsehsenders N24 genehmigt

Foto: ARND WIEGMANN/ REUTERS

Köln - Das Bundeskartellamt hat keine Einwände gegen die Übernahme des Nachrichtensenders N24 durch den Medienkonzern Axel Springer, der untere anderem die Zeitungen "Bild" und "Welt" herausgibt. Die Wettbewerbsbehörde teilte am Freitag mit, den Erwerb freigegeben zu haben. "Die Übernahme ist wettbewerblich unbedenklich. N24 ist ein Spartensender, der nur über eine geringe Zuschauerreichweite und über einen geringen Marktanteil auf dem Fernsehwerbemarkt verfügt", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.

Springer hatte den Kauf Anfang Dezember angekündigt. Mehr als acht Jahre nach der gescheiterten Übernahme von ProSiebenSat.1 gelingt es dem Berliner Medienunternehmen damit doch noch, sein Angebot mit Bewegtbildern zu ergänzen. Die N24-Gruppe beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter und erreichte im Jahr 2012 einen Marktanteil von 1,0 Prozent bei allen Zuschauern ab drei Jahren. Der direkte Konkurrent n-tv lag mit 0,9 Prozent Marktanteil fast gleichauf. N24 produziert auch die Hauptnachrichten für Sat.1, ProSieben und Kabel 1. Springer will den seit gut drei Jahren selbständigen Sender mit seiner "Welt"-Zeitungsgruppe fusionieren.

Die Redaktionen der "Welt"-Gruppe und N24 sollen in einer Multimedia-Redaktion zusammenarbeiten  und die Inhalte aller digitalen Kanäle sowie für die Printprodukte des Medienkonzerns produzieren. Nach Unternehmensangaben entsteht damit eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland. Über den Kaufpreis hatten beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Springer setzt auf die Strategie weg vom traditionellen Zeitungsgeschäft hin zu einem digitalen Medienkonzern. Die N24-Übernahme ist hierbei ein weiterer Schritt. Erst im Juli hatte Springer angekündigt, das "Hamburger Abendblatt" und weitere Regionalzeitungen sowie seine Frauen- und Programmzeitschriften für 920 Millionen Euro an die Funke-Gruppe zu verkaufen.

nck/dpa/Reuters
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