Geplante Fusion Regulierer drohen E-Plus und O2 mit Frequenz-Entzug

E-Plus und O2 müssen sich bei ihrem geplanten Zusammenschluss auf Widerstand gefasst machen. Die Bundesnetzagentur pocht in einem Brief darauf, der Deal dürfe nicht den Wettbewerb gefährden. Im "äußersten Fall" droht ein Entzug von Frequenzen.
Logos von E-Plus und O2: "Massives Ungleichgewicht bei den Frequenzen"

Logos von E-Plus und O2: "Massives Ungleichgewicht bei den Frequenzen"

Foto: MICHAELA REHLE/ REUTERS

Frankfurt - Bei der Bundesnetzagentur gibt es offenbar erhebliche Vorbehalte gegen den geplanten Zusammenschluss des Mobilfunkunternehmens E-Plus mit O2, einer Marke von Telefónica   Deutschland. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ") droht die Agentur den Unternehmen im Fall der Fusion mit dem Verlust wertvoller Frequenzen.

GSM- und UMTS-Lizenzen seien an die "wettbewerbliche Unabhängigkeit geknüpft", zitierte die "FAZ" aus einem Brief der Agentur an die beiden Anbieter. "Im äußersten Fall kann die Bundesnetzagentur das durch einen Widerruf der betroffenen Frequenzzuteilung durchsetzen", heiße es in dem Schreiben. E-Plus und O2 hatten kürzlich ihren Zusammenschluss angekündigt.

Ein E-Plus-Sprecher bestätigte den Eingang eines Briefes der Netzagentur. Die Gespräche mit der Netzagentur stünden aber noch ganz am Anfang. Auch die Monopolkommission hat sich bereits kritisch zu dem geplanten Zusammenschluss geäußert.

Die Deutsche Telekom   ruft nach den Regulierern. "Sollte es zu dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen kommen, gäbe es ein massives Ungleichgewicht bei den Frequenzen oberhalb von 1000 Megahertz", sagte ein Telekom-Sprecher der "FAZ". Nach Willen der Netzagentur sollen sich O2 und E-Plus möglichst innerhalb von zwei Wochen zu ihrer angestrebten Frequenzausstattung äußern.

In einem vergleichbaren Fall lief es dem Bericht zufolge ähnlich: Als die Deutsche Telekom ihr Mobilfunkgeschäft in Großbritannien mit France Télécom   zusammenlegte, widerriefen die britischen Behörden einen Teil der Frequenzvergaben, um sie an die Konkurrenten zu versteigern.

dab/dpa
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