Bundesnetzagentur Gasversorger kassieren auf Kosten der Verbraucher ab

Die Großhandelspreise für Erdgas sind massiv gesunken - die Gaspreise für Verbraucher dagegen kaum. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus dem Monitoring-Bericht der Bundesnetzagentur hervor.
Gas-Pipelines: Kaum Nachlässe für Verbraucher

Gas-Pipelines: Kaum Nachlässe für Verbraucher

Foto: Filip Singer/ dpa

Die Gasversorger geben die sinkenden Großhandelspreise für Erdgas nur unzureichend an ihre Kunden weiter. Während die Preise für Gas, zu denen sich die großen Unternehmen eindecken können, im vergangenen Jahr um 15 bis 22 Prozent gefallen sind, reduzierten sie die Kosten für Privathaushalte um lediglich ein Prozent. Das ist nach SPIEGEL-Informationen das Ergebnis des Monitoring-Berichts, den die Bundesnetzagentur gemeinsam mit dem Bundeskartellamt jedes Jahr erstellt. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Darin ermittelten die Bonner Behörden, die dem Bundeswirtschaftsministerium unterstellt sind, für die sogenannten Grundversorgungstarife von Privatkunden Durchschnittskosten von 7,11 Cent pro Kilowattstunde. Das Preisniveau bei Kunden, die ihr Gas direkt vom Großhandel beziehen, beziffern sie mit 6,12 Cent pro Kilowattstunde. Als Grund für die gesunkenen Großhandelspreise geben die Behörden an, dass die Nachfrage nach Erdgas weiter zurückgegangen sei.

Der Grünen-Energieexperte Oliver Krischer fordert Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auf, dafür zu sorgen, dass die Vorteile an den Kunden weitergegeben werden: "Das Energierecht bietet Gabriel genügend Handlungsmöglichkeiten."

ssu
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