Privatanleger Bund steigt aus Geschäft mit Schatzbriefen aus

"Günther Schild" sollte Anleger für Bundespapiere begeistern, jetzt aber hat die alte Werbe-Schildkröte ausgedient: Nach Informationen des "Handelsblatts" steigt der Bund aus dem Geschäft mit privaten Kunden aus. Zuletzt soll das Geschäft nur noch minimal zur Refinanzierung des Staates beigetragen haben.
Schildkröte "Günther Schild" neben Bullen und Bären: 330.000 Konten vorhanden

Schildkröte "Günther Schild" neben Bullen und Bären: 330.000 Konten vorhanden

Foto: Arne Dedert/ picture-alliance/ dpa

Berlin - "Die entspannendste Geldanlage Deutschlands" - mit diesem Slogan wirbt die Finanzagentur für das Investment in Bundespapiere. Das dazugehörige Maskottchen: Günther Schild, eine brillentragende Schildkröte . Doch nun soll damit Schluss sein: Der Bund steigt laut "Handelsblatt" aus dem Geschäft mit privaten Anlegern aus.

Wie die Zeitung berichtet, können Privatkunden nur noch bis Ende 2012 ihr Geld über die Finanzagentur direkt in Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen und Bundesanleihen investieren. Danach sei der Erwerb nur noch über Kreditinstitute möglich.

Derzeit hätten private Kunden rund 8,5 Milliarden Euro auf gut 330.000 Konten angelegt. Was mit diesen Konten passiert, ist bislang unklar. Über die Veränderung habe das Bundesfinanzministerium die Mitglieder des Bundesfinanzierungsgremiums - einem Unterausschuss des Haushaltsausschusses - in einem Brief informiert, hieß es. Begründung: zu hohe Kosten. Zuletzt solle das Geschäft mit Privatkunden weniger als zwei Prozent zur Refinanzierung des Staates beigetragen haben.

yes/Reuters