Nach Wallraff-Bericht Burger King beklagt Umsatzeinbußen
Burger-King-Schild in Köln: Umsatzeinbußen nach Bericht über Hygienemängel
Foto: Federico Gambarini/ dpaMünchen - Nach den Enthüllungen über Missstände spürt die Fastfood-Kette Burger King negative Folgen. "Das hat uns hart getroffen. In vielen deutschen Filialen verzeichnen wir Umsatzeinbußen", sagte Deutschland-Chef Andreas Bork der "Bild"-Zeitung. Mit Qualität und Transparenz wolle man das Vertrauen der Gäste zurückgewinnen. Die meisten Filialen seien "unverdienterweise in Misskredit geraten". Bork kündigte an, Burger King werde ein externes Institut, möglicherweise den TÜV, mit weiteren Kontrollen beauftragen.
In der vergangenen Woche hatte die RTL-Sendung "Team Wallraff - Reporter Undercover" über Hygieneverstöße und schlechte Arbeitsbedingungen bei einem Burger-King-Lizenznehmer berichtet. Mehrere Filialen wurden daraufhin zeitweise geschlossen. Nach Berichten von ehemaligen Mitarbeitern gegenüber SPIEGEL ONLINE soll der Göttinger System-Gastronom Bernd Leinemann seine Filialen nach dem gleichen Strickmuster geführt haben: Leistungsdruck, unbezahlte Überstunden und Vorgaben für Arbeitsabläufe, die eine Beachtung der Hygienevorschriften im Prinzip unmöglich machten.
Burger King selbst versuchte sich in den Tagen danach in Schadensbegrenzung. "Wir bedauern zutiefst, das Vertrauen unserer Gäste enttäuscht zu haben, und werden alles tun, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen", verkündete der Geschäftsführer der Burger King Beteiligungs GmbH, Andreas Bork. Alle Entscheidungen der neuen Geschäftsführung würden künftig von Burger King überprüft. Ziel sei es, die Missstände in den Restaurants des betroffenen Unternehmens sofort zu beseitigen. Die Einhaltung der Qualitätsstandards und faire Arbeitsbedingungen sollen nach Borks Angaben sichergestellt werden.
Im betroffenen Unternehmen Yi-Ko-Holding wurde Anfang dieser Woche die Geschäftsführung ausgetauscht. Der umstrittene Franchise-Unternehmer Ergün Yildiz sei mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, hieß es bei Burger King.
Allerdings scheinen die Zustände in der Yi-Ko-Holding kein Einzelfall zu sein. Nach Berichten von früheren Mitarbeitern sollen auch andere Filialen ähnlich geführt worden sein: mit Leistungsdruck, unbezahlte Überstunden und Vorgaben für Arbeitsabläufe, die eine Beachtung der Hygienevorschriften im Prinzip unmöglich machten.