Übernahme von Tim Hortons Burger King besiegelt Umzug nach Kanada

Jetzt ist die Fast-Food-Fusion offiziell: Burger King kauft den Donut-Anbieter Tim Hortons für mehr als elf Milliarden Dollar und zieht nach Kanada um. Damit schließt der Konzern auf zu den größten Systemgastronomie-Ketten der Welt.

Schilder von Burger King, Tim Hortons: Fusionierter Konzern mit Sitz in Kanada
AP/dpa

Schilder von Burger King, Tim Hortons: Fusionierter Konzern mit Sitz in Kanada


New York/Toronto - Die Fast-Food-Kette Burger King übernimmt mithilfe des legendären Investors Warren Buffett den kanadischen Konkurrenten Tim Hortons für etwa 11,4 Milliarden Dollar. Den Preis zahle das Unternehmen in bar und in Aktien, teilte Burger King mit. Der Hauptsitz des fusionierten Konzerns werde in Kanada sein, dem "größten Markt des fusionierten Unternehmens". Das neue Unternehmen kann damit aber auch von den dortigen niedrigeren Steuersätzen profitieren.

Derzeit hat Burger King seinen Hauptsitz in Miami im US-Bundesstaat Florida. Nach Bekanntwerden der Pläne waren die Aktien der Firmen am Montag um jeweils fast 20 Prozent in die Höhe geschossen.

Das neue Unternehmen werde über mehr als 18.000 Filialen in 100 Ländern verfügen und rund 23 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaften, gaben die beiden Konzerne in einer gemeinsamen Mitteilung bekannt. Die Investmentgesellschaft 3G Capital, die Burger King 2010 für 3,3 Milliarden Dollar kaufte und zwei Jahre später zurück an die Börse brachte, wird Unternehmensangaben zufolge etwa 51 Prozent der Anteile an dem fusionierten Konzern halten.

Konkurrenzkampf der Fast-Food-Ketten

Mit der Übernahme entsteht eine der größten Systemgastronomie-Ketten der Welt neben den rivalisierenden Unternehmen Subway, McDonald's und Yum Brands - zu letzterem gehören beispielsweise die Ketten Kentucky Fried Chicken und Pizza Hut. Die Konkurrenten streiten stets um den Titel der weltgrößten Fast-Food-Kette und beanspruchen ihn für sich mit verschiedenen Argumenten: je nachdem, ob dafür als Kriterium etwa die Anzahl der Filialen oder der Umsatz zugrunde gelegt wird.

Der erste Burger-King-Laden war 1954 in Miami gegründet worden. Zehn Jahre später eröffnete der frühere Eishockey-Profi Tim Horton in Hamilton in der kanadischen Provinz Ontario sein erstes Café. Zunächst auf Kaffee und Donuts spezialisiert, bieten die Tim-Hortons-Filialen inzwischen unter anderem auch Suppen und Sandwiches an. Als der Gründer 1974 bei einem Verkehrsunfall starb, hatte die Kette 40 Filialen. Inzwischen sind es gut 4500, davon befinden sich etwa drei Viertel in Kanada.

Hortons Expansion in den USA kam bislang wegen der Konkurrenz von McDonald's und der Kaffeehauskette Starbucks nur langsam voran, und auch in Kanada setzten die Rivalen den Kanadiern zu. Die Kette hatte ihre Zentrale vorübergehend in die USA verlegt, kehrte aber 2009 in die Heimat zurück, nachdem die Steuern dort gesenkt wurden. Steuersitz ist mittlerweile wieder Oakville in der Provinz Ontario.

Der Trend von US-Unternehmen, aus steuerlichen Gründen ins Ausland abzuwandern, stößt auf viel Unmut in der amerikanischen Bevölkerung. Präsident Barack Obama kündigte erst Anfang August an, gegen solche Strategien vorzugehen, um einen "Herdentrieb" abzuwenden.

bos/AFP/Reuters

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Seite 1
franko_potente 26.08.2014
1.
ich frage mich, was ist an Donuts so "toll".
efchen77 26.08.2014
2. Hoffentlich
dann Tim Horton's bald auch in Europa! Empfehle den French Vanilla.
vitalik 26.08.2014
3.
Zitat von franko_potenteich frage mich, was ist an Donuts so "toll".
Was ist an Keksen so toll, was ist an Kuchen so toll, was ist an Torten so toll? Ich verstehe die Frage nicht.
Prinz Eugen 26.08.2014
4. Die VS-amerikanischen Reichen zerstören die Grundlagen ihrer Macht
Es scheint faßt so als wären die Reichen in den VSA ihrer eigenen Marktspinnereipropaganda auf den Leim gegangen und meinen nun, daß sie den Staat für ihre Banken- und Konzerntyrannei nicht mehr nötig haben. Ihre Industrie haben sie nach China verlegt, weil ihnen die Löhne im eigenen Land zu hoch waren, wodurch sie nicht nur ihren Hauptrivalen China mächtig gestärkt, sondern den Staat um die Einnahmen aus der Lohnsteuer gebracht haben. Die Essensmarkenempfänger und die arbeitenden Armen werden wohl kaum viel zum Staatshaushalt beisteuern, während die Reichen ihre Firmen in die Steuerschlupflöcher verlegen. Da die Reichen sich Anno 1913, mit der Gründung der Privatnotenbank, das Münzrecht verschafft haben, so können zwar beliebig Geld drucken lassen und es dem Staat leihen. Doch ist dies nur möglich, weil der VS-amerikanische Dollar gegenwärtig die Leitwährung darstellt und dessen Entwertung nicht sonderlich klug ist, da China darauf lauert seinen Yuan dessen Platz einnehmen zu lassen. Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!
schlaueralsschlau 26.08.2014
5. Ich empfehle
Selbst zu kochen/backen etc.
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