Mobilfunkmarkt Stiftung blockiert KPN-Übernahme durch Milliardär Slim

Klein legt sich hier mit Groß an: Eine niederländische Stiftung stoppt vorerst die KPN-Übernahme durch América Móvil des Milliardärs Carlos Slim. Von diesem Gerangel ist auch der E-Plus-Verkauf betroffen.
Carlos Slim: América Móvil wolle KPN feindlich übernehmen, so der Vorwurf

Carlos Slim: América Móvil wolle KPN feindlich übernehmen, so der Vorwurf

Foto: KEVIN LAM/ REUTERS

Amsterdam - Im Kampf um den niederländischen KPN-Konzern bremst ein wichtiger Mitspieler massiv. Die KPN Foundation nutzt eine Option, mit der sie spezielle Aktien erwerben darf. Damit kann eine Übernahme praktisch blockiert werden. Die Anteilscheine würden aber nur vorübergehend gehalten, teilte die KPN Foundation am Donnerstagabend mit.

Der vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim kontrollierte Mobilfunkkonzern América Móvil wolle die Niederländer feindlich übernehmen, hieß es in der Mitteilung. Die Stiftung vertritt die Interessen der KPN-Besitzer, Mitarbeiter und Kunden. Sie hatte bereits vor einigen Tagen Bedenken angemeldet. Es bestehe Unsicherheit über die Absichten Slims, argumentierte sie.

Insbesondere sei offen, wie der Konzern zu den KPN-Plänen stehe, die deutsche Mobilfunktochter E-Plus und damit das Kronjuwel des Unternehmens an O2 zu verkaufen. Die Tochter des spanischen Telefónica-Konzerns will E-Plus für gut acht Milliarden Euro übernehmen und so in Deutschland zum Branchenprimus vor den bisherigen Marktführern Telekom und Vodafone aufsteigen. Erst vor wenigen Tagen hatte Slim seinen Widerstand gegen den Verkauf der KPN-Tochter E-Plus an Telefónica Deutschland (O2) aufgegeben.

Slim, der bereits fast 30 Prozent von KPN kontrolliert, bietet 2,40 Euro je Anteilsschein der Niederländer. Die Aktionäre des Telekomkonzerns sollen über die Offerte am 2. Oktober entscheiden.

Doch angesichts der Gegenwehr ruderte Slim am Freitag zurück. América Móvil stehe zwar zu den Plänen, könne das Übernahmeangebot aber auch zurückziehen, erklärte der Konzern. Im Gegensatz zur Darstellung der Stiftung sei die Firma mit KPN im Austausch gewesen. Das nächste Treffen sei für den heutigen Freitag angesetzt. Insgesamt sei América Móvil weiterhin daran interessiert, den Kauf voranzutreiben. KPN-Aktien brach daraufhin um fünf Prozent ein.

yes/Reuters
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