Ex-Renault-Manager Carlos Tavares wird neuer Peugeot-Chef

Er könnte Informationen über den Erzrivalen liefern: Der ehemalige Renault-Chef Carlos Tavares wechselt laut "Le Monde" an die Spitze von Peugeot Citroën. Der chinesische Peugeot-Partner Dongfeng soll auf die Personalie gedrängt haben.

 Ex-Renault-Chef Carlos Tavares: Enge Beziehungen zu Peugeot-Partner Dongfeng
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Ex-Renault-Chef Carlos Tavares: Enge Beziehungen zu Peugeot-Partner Dongfeng


Paris - Der offizielle Beschluss des Aufsichtsrats soll unmittelbar bevorstehen: Der ehemalige Renault-Manager Carlos Tavares wird offenbar Chef des angeschlagenen Autounternehmens PSA Peugeot Citroën Chart zeigen. Das meldet die französische Tageszeitung "Le Monde" in ihrer Onlineausgabe. Demnach gebe Philippe Varin den Spitzenposten des Konzerns im kommenden Jahr an seinen Nachfolger ab. Peugeot selbst hat die Meldung bislang noch nicht bestätigt.

Das französische Unternehmen ist bislang nach Volkswagen der zweitgrößte Hersteller Europas. Wegen der Absatzkrise in Europa steckt Peugeot aber seit längerem in erheblichen Schwierigkeiten. Erst vergangenes Jahr hatte der Konzern einen drastischen Sparplan beschlossen, der den Abbau von insgesamt 11.200 Stellen bis Mai 2014 vorsieht. 2012 war der Absatz weltweit um 16,5 Prozent eingebrochen.

Mit Tavares an der Spitze des Konzerns erhalte Peugeot nun nicht nur Informationen über den Erzrivalen, schrieben die Analysten der Société Générale (SocGen) in einem Kommentar. Der 55-Jährige verfüge zudem aus seiner Zeit bei Nissan Chart zeigen über eine enge Beziehung zum chinesischen Peugeot-Partner Dongfeng. Insidern zufolge drängten die Chinesen auf einen Management-Wechsel bei Peugeot.

Abseits der Personalfragen verhilft der Durchbruch im Atomstreit mit Iran Peugeot zu einem kleinen Aufschwung. Die PSA-Aktien stiegen an der Pariser Börse zeitweise um bis zu fünf Prozent. Damit verzeichneten sie ein mehr als doppelt so großes Plus wie Renault Chart zeigen, dessen Papier in der Spitze um 2,2 Prozent zulegte.

"Der Deal öffnet Unternehmen, die in Iran Geschäfte gemacht haben, wieder die Tür", sagte David Thebault, Chef-Händler des Brokerhauses Global Equitites. Dies gelte vor allem für Renault und Peugeot, die vor Verhängung der westlichen Sanktionen gegen Iran dort stark engagiert waren.

vks/dpa/Reuters



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