Neues Investment Maschmeyer steigt bei chinesischem iTunes-Rivalen ein

Fahrräder, Kliniken, Biotech und jetzt Musik: Carsten Maschmeyer erweitert sein Anlageportfolio - und kauft sich bei dem chinesischen Online-Musikdienst 88tc88 ein. Das Investment liegt im einstelligen Millionbereich.
Unternehmer Carsten Maschmeyer: 88tc88 verbreite westliche Titel in China, heißt es

Unternehmer Carsten Maschmeyer: 88tc88 verbreite westliche Titel in China, heißt es

Foto: Fredrik von Erichsen/ picture alliance / dpa

Frankfurt am Main - Carsten Maschmeyer ist wieder auf Einkaufstour, dieses Mal in China. Der Ex-AWD-Chef steigt bei dem chinesischen Online-Musikdienst 88tc88 ein. Maschmeyer habe für einen einstelligen Millionenbetrag einen signifikanten Anteil am Stammkapital der schnell wachsenden Handelsplattform erworben, teilte Maschmeyers Investmentfirma Alstin am Dienstag mit. Auch das 88tc88-Blog berichtete von dem Investment eines "deutschen Unternehmers".  

88tc88 biete westliche Musiktitel, elektronische Bücher und andere Programme gegen Bezahlung zum Herunterladen an und stoße damit in eine Lücke, da die populäre iTunes-Musikbibliothek von Apple in dem Land nicht verbreitet sei. Die Firma sei in Berlin und Peking ansässig, hieß es.

Der chinesische Musikmarkt ist allerdings nicht einfach. Illegal gebrannte CDs sind überall erhältlich und kosten weniger als einen Dollar. Musiklabels nahmen in dem Riesenland 2010 nach Angaben des Branchenverbands IFPI lediglich 64 Millionen Dollar ein - im Vergleich zu 4,2 Milliarden Dollar in den Vereinigten Staaten.

Der Finanzunternehmer Maschmeyer, der mit der Schauspielerin Veronica Ferres liiert ist, sucht derzeit nach neuen Anlagechancen, nachdem er einen Teil seiner Aktien am heutigen AWD-Eigentümer Swiss Life für gut 50 Millionen Euro verkauft hat. So war er beispielsweise beim Klinikbetreiber Marseille-Kliniken eingestiegen. Vor zwei Monaten wurde bekannt, dass Maschmeyer beim ostdeutschen Fahrradhersteller Mifa zum größten Aktionär aufgestiegen ist. Jüngstes Investment war der Einstieg beim Leverkusener Biotech-Unternehmen Biofrontera.

yes/Reuters
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