Casino-Zockerei Deutscher Bank droht Milliarden-Verlust in Las Vegas

Die Deutsche Bank hat sich in der Welthauptstadt des Glücksspiels offenbar verzockt: Insgesamt 4,9 Milliarden Dollar hat das Institut einem Zeitungsbericht zufolge in Luxus-Casinos in Las Vegas gesteckt - einen beträchtlichen Teil des Geldes wird es wohl nicht wiedersehen.
Luxus-Casinohotel "Cosmopolitan" in Las Vegas: Eigentum der Deutschen Bank

Luxus-Casinohotel "Cosmopolitan" in Las Vegas: Eigentum der Deutschen Bank

Foto: Isaac Brekken/ AP

Frankfurt am Main - Banker als Zocker: Dieser Vergleich wird in Zeiten allmächtig wirkender Finanzmärkte beinahe täglich gezogen. Die Deutsche Bank erweckt gerade den Eindruck, als wolle sie mit aller Macht beweisen, dass es sich dabei nicht um ein Klischee handelt. Der deutsche Branchenprimus hat laut einem Bericht der "Financial Times" insgesamt fast fünf Milliarden Dollar in Luxus-Casinos in Las Vegas gesteckt - weil die Welthauptstadt des Glücksspiels aber extrem unter den Folgen der amerikanischen Wirtschaftskrise leidet, wird das Institut wohl einen großen Teil der Summe abschreiben müssen.

Im vergangenen Dezember eröffnete in der Vergnügungsmetropole im US-Bundesstaat Nevada das riesige Casinohotel Cosmopolitan, das der Deutschen Bank gehört. 3,9 Milliarden Dollar soll das Institut für den Bau des Luxus-Casinos ausgegeben haben - diese Zahl wurde bereits anlässlich der Eröffnung kolportiert. Allerdings wurde die Bank nicht ganz freiwillig Eigentümer des Cosmopolitan: Der ursprüngliche Investor konnte im Zuge der Finanzkrise 2008 einen Kredit nicht zurückzahlen; das Projekt fiel an die Deutsche Bank, die das Casino lieber zu Ende bauen ließ, als es als Investitionsruine abzuschreiben.

Dem Bericht der "Financial Times" zufolge war dies aber nicht das ganze Ausmaß des Engagements der Deutschen Bank auf dem US-Zocker-Markt: Eine weitere Milliarde Dollar Kredit gab die Bank demnach einem Unternehmen namens Station Casinos, das mehrere Glückspieltempel rund um Las Vegas betreibt. Das Geldhaus ist laut dem Bericht auch mit 25 Prozent an dem Casinobetreiber beteiligt.

Dabei laufen die Geschäfte in Las Vegas derzeit äußerst schlecht: Die Rezession und die Immobilienkrise haben das sogenannte Spielerparadies besonders hart getroffen. Viele Amerikaner verzichten seitdem auf den Trip in die Wüstenstadt. Von 2007 bis 2010 fielen die Umsätze in den Spielhallen um mehr als eine Milliarde Dollar oder rund 15 Prozent - was laut britischem "Telegraph" drei große Casinos in den Ruin trieb. Laut Angaben der US-Regierung ist die Arbeitslosenquote nirgendwo im Land höher als in Las Vegas, das vor der Finanzkrise als Amerikas Boomtown galt. Es ist fraglich, ob die Stadt sich jemals wieder auf das Vorkrisenniveau erholen wird. Das Cosmopolitan jedenfalls soll operativ tief in den roten Zahlen stecken.

Dass das Geldhaus damit zu einem der größten Player im amerikanischen Glücksspielmarkt aufgestiegen ist, ist umso pikanter, da die Summe von 4,9 Milliarden Dollar fast dem Betrag entspricht, mit dem die Deutsche Bank in den europäischen Krisenstaaten wie Griechenland und Spanien engagiert ist - laut dem Bericht liegt er bei 5,1 Milliarden Dollar. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte zu den Zahlen keine Stellung nehmen.

Festzustehen steht: Das Institut sucht nach einem Käufer für das Casino und ist offenbar nicht bereit, zu einem Schleuderpreis zu verkaufen. Als strategisches Investment hat man das Projekt, in das man eher hineingerutscht ist, wohl ohnehin nie gesehen. Man sei weiterhin "kein Hotelbetreiber, sondern primär eine Bank", ließ das Geldhaus zur Eröffnung des Cosmopolitan mitteilen.

lgr/fdi
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