Elektromärkte Ceconomy beendet Eigentümerstreit um Media-Saturn-Holding

Im jahrelangen Konflikt um die Elektronikhandelskette MediaMarkt und Saturn haben die Gründerfamilie Kellerhals und der Eigentümer Ceconomy eine Lösung gefunden.
Firmenzentrale der MediaMarktSaturn-Gruppe in Ingolstadt

Firmenzentrale der MediaMarktSaturn-Gruppe in Ingolstadt

Foto:

Armin Weigel / dpa

Nach jahrelangem Zwist  hat sich der Elektronikhändler Ceconomy mit der Familie Kellerhals über deren Anteil an der Media-Saturn-Holding geeinigt. Ceconomy werde die von der Familienholding Convergenta gehaltene Beteiligung von 21,62 Prozent übernehmen, teilte Ceconomy mit. Im Gegenzug bekommt die Kellerhals-Familienholding Convergenta laut Reuters eine Beteiligung von 25,9 Prozent an Ceconomy, Wandelanleihen im Wert von 160 Millionen Euro und 130 Millionen Euro in bar. Ceconomy bezifferte den Wert der Transaktion auf Basis des aktuellen Ceconomy-Aktienkurses auf insgesamt 815 Millionen Euro. Convergenta wolle die Beteiligung bis auf 29,9 Prozent aufstocken.

Das Verhältnis zwischen Ceconomy und dem inzwischen verstorbenen Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals war immer wieder durch Streitigkeiten um die Vorherrschaft und die Richtung bei Media-Saturn geprägt. Diese reichen in die Zeit weit vor der Abspaltung von Ceconomy durch den Handelskonzern Metro im Jahr 2017 zurück und wurden teilweise vor Gericht ausgetragen. »Mit dieser Einigung haben wir die Zeit vergangener Konflikte hinter uns gelassen und eine gute Lösung im Sinne aller Beteiligten gefunden«, kommentierte Ceconomy-Chef Bernd Düttmann.

Media-Markt-Saturn wird 100-prozentige Tochter

Mit der Neuorganisation der Gesellschafterstruktur will Ceconomy die komplizierte Struktur des Konzerns vereinfachen. Media-Markt-Saturn werde eine 100-prozentige Tochter von Ceconomy. Ceconomy erhofft sich dadurch eine geringere Komplexität und eine Verbesserung der Prozesse. Die Transaktion werde insbesondere steuerliche Verlustvorträge von Ceconomy, die sich auf jeweils rund 1,2 Milliarden Euro Körperschaft- und Gewerbesteuer belaufen, nutzbar machen, teilte das Unternehmen mit.

Der Vollzug der Transaktion soll frühestens Ende März 2021 erfolgen. Die Hauptversammlung muss dem Deal noch zustimmen. Sie ist für den 17. Februar angesetzt. Die derzeitigen Hauptanteilseigner hätten einzeln gegenüber dem Vorstand bereits ihre Zustimmung zu der Transaktion signalisiert. Zu den Großaktionären gehörten zuletzt die Familie Haniel mit fast 23 Prozent, die Meridian-Stiftung der Metro-Mitgründer Schmidt-Ruthenbeck (14,2 Prozent), die Beisheim Holding (6,6 Prozent) sowie der Telekommunikationskonzern Freenet (9,1 Prozent).

Jürgen Kellerhals sprach von »konstruktiven Gesprächen«. Convergenta freue sich, Ankeraktionär des Unternehmens zu werden. »Wir streben an, mittelfristig über eine Beteiligung im Aufsichtsrat die Transformation des Unternehmens zu fördern und seine nachhaltige Entwicklung zu begleiten«, erklärte er.

rai/svv/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.