Nach Amoklauf US-Finanzinvestor steigt bei Waffenhersteller aus

Nach dem Schulmassaker von Newtown will der Finanzinvestor Cerberus den Waffenhersteller Bushmaster verkaufen. Offenbar fürchtet das Unternehmen eine Verschärfung des US-Waffenrechts. Der Attentäter hatte seine Opfer unter anderem mit einem Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 getötet.
Cerberus-Zentrale in New York: Sorge um schärferes Waffenrecht

Cerberus-Zentrale in New York: Sorge um schärferes Waffenrecht

Foto: TIMOTHY A. CLARY/ AFP

New York - Der Amoklauf in der US-Kleinstadt Newtown mit 28 Toten hat eine unmittelbare wirtschaftliche Folge: Der US-Finanzinvestor Cerberus Capital Management kündigte an, sich von seinem Waffengeschäft zu trennen. Der Finanzkonzern hatte den 1973 gegründeten Waffenhersteller Bushmaster im Jahr 2006 gekauft und gemeinsam mit anderen Unternehmen in seiner Freedom Group aufgehen lassen. Jetzt soll die Gruppe unverzüglich verkauft werden, teilte Cerberus mit.

Der Attentäter von Newtown hatte am Freitag unter anderem ein Sturmgewehr vom Typ Bushmaster AR 15 benutzt. Der 20-Jährige brachte in der Kleinstadt 27 Menschen um, darunter 20 Kinder, und nahm sich danach selbst das Leben. Das Massaker sorgte in der ganzen Welt für Entsetzen und hat in den USA eine Diskussion über das Waffenrecht ausgelöst.

Die Freedom Group erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres laut Cerberus einen Umsatz von fast 680 Millionen Dollar - 120 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. Zu dem Firmenkonglomerat gehören neben Bushmaster noch andere Hersteller von Waffen oder Munition wie Dakota Arms oder Remington.

"Wir glauben nicht, dass die Freedom Group oder irgendein anderes einzelnes Unternehmen sinnlose Gewalt verhindern kann oder den illegalen Erwerb und Gebrauch von Schusswaffen oder Munition", teilte Cerberus am Montag mit. Offenbar fürchtet der Finanzkonzern aber um die künftige Rendite dieser Geschäftssparte - vor allem mit Blick auf drohende schärfere Waffengesetze. Nun will Cerberus seinen Anteil an der Freedom Group verkaufen und das Kapital an seine Anleger ausschütten.

Cerberus steht unter Druck des kalifornischen Lehrerpensionsfonds CalSTRS, der - Stand Ende März 2012 - mehr als 750 Millionen Dollar bei dem Finanzinvestor angelegt hatte und weltweit der achtgrößte Pensionsfonds ist. Der Fonds hatte am Montag angekündigt, er werde angesichts des Dramas vom Freitag seine Investitionen überprüfen.

nck/Reuters
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