Fusion von Dow und DuPont Neuer US-Chemie-Riese verdrängt BASF als Nummer eins

In den USA entsteht ein neuer Chemie-Gigant: Die Konzerne Dow Chemical und DuPont schließen sich zusammen. Ihr Wert wird den der BASF übertreffen: 130 Milliarden Dollar.
Chemie-Fabrik in Japan (Archiv): Jede zehnte Stelle soll nach der Verschmelzung zu DowDuPont gestrichen werden

Chemie-Fabrik in Japan (Archiv): Jede zehnte Stelle soll nach der Verschmelzung zu DowDuPont gestrichen werden

Foto: © Thomas Peter / Reuters/ REUTERS

Der Chemiebranche steht die größte Fusion der Geschichte bevor. Die US-Konzerne Dow Chemical und DuPont wollen sich zum neuen Weltmarktführer mit einem Börsenwert von 130 Milliarden Dollar zusammenschließen. Angestrebt sei ein Zusammenschluss unter Gleichen, teilten die beiden größten US-Chemieunternehmen am Freitag mit.

Erste Berichte über die geplante Fusion hatte es bereits vor einigen Tagen gegeben, die Großkonzerne wollten diese aber zunächst nicht bestätigen. Die Wettbewerbsbehörden müssen den Zusammenschluss noch genehmigen.

Der neue Konzern soll DowDuPont heißen. Er stößt den bislang weltgrößten Chemiekonzern BASF   aus Ludwigshafen vom Thron, der aktuell einen Börsenwert von gut 65 Milliarden Euro hat. Dies dürfte aber nicht von Bestand sein, da sich der neue Konzern wiederum in drei verschiedene börsennotierte Unternehmen aufspalten will. Einer dieser Konzerne soll für die Landwirtschaft zuständig sein, einer für Spezialchemieprodukte und der dritte für klassische Chemieprodukte.

DuPont kündigte am Freitag zugleich ein Sparprogramm an: 700 Millionen Dollar sollen eingespart werden, vor allem durch die Streichung von etwa zehn Prozent der Stellen. Derzeit arbeiten rund 54.000 Menschen bei dem Konzern.

Mit den Fusionsplänen reagieren die beiden Chemieriesen auf Druck von Investoren, denen die Unternehmen nicht profitabel genug sind. Die Aktionäre von Dow und DuPont sollen an dem neuen Konzern je rund 50 Prozent halten. DuPont-Chef Ed Breen soll Vorstandschef werden, der langjährige Dow-Chef Andrew Liveris den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bekommen.

"Diese Transaktion ist bahnbrechend für unsere Branche", sagte Liveris. Die Anteilseigner seines Unternehmens sollen eine DowDuPont-Aktie für jede Dow-Aktie   erhalten, die DuPont-Aktionäre 1,282 DowDuPont-Papiere für jede ihres Unternehmens. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2016 erwartet. Der bislang größte reine Chemie-Deal war die Übernahme des US-Konzerns Lyondell durch die niederländische Basell 2007 für fast 19 Milliarden Dollar.

dab/dpa/Reuters
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