Chemiebranche Versum lehnt Übernahmeangebot von Merck ab

Der amerikanische Halbleiterzulieferer Versum will sich nicht vom Darmstädter Chemiekonzern Merck aufkaufen lassen. Es gebe eine lohnendere Alternative.
Logo von Merck an der Zentrale in Darmstadt (Archivbild)

Logo von Merck an der Zentrale in Darmstadt (Archivbild)

Foto: Ralph Orlowski/ REUTERS

Der deutsche Spezialchemie-Konzern Merck trifft mit seinen Übernahmeplänen beim US-Hersteller von Elektronikmaterial Versum auf Widerstand: Der Vorstand habe die von Merck in Aussicht gestellte Übernahmeofferte über 5,9 Milliarden Dollar zurückgewiesen, teilte das Unternehmen im US-Bundesstaat Arizona mit.

Merck hatte das Angebot am Mittwoch vorgelegt, Versum wusste von dem Interesse der Darmstädter offenbar nichts. Bisher plante das US-Unternehmen, mit dem US-Spezialchemiekonzern Entegris über einen Aktientausch fusionieren. Das Angebot aus Deutschland sei "nach eingehender Prüfung und Überlegung" nicht besser als der geplante Zusammenschluss mit Entegris, teilte der Halbleiterzulieferer mit.

Entegris bewertet Versum bei dem Aktientausch mit vier Milliarden US-Dollar. Die Fusion "schafft langfristig beträchtlichen Wert und ist im besten Interesse der Aktionäre", hieß es in Versums Mitteilung. Sie solle im zweiten Quartal vollzogen werden. Versum-Aktien lagen am Freitag bei 48,93 Dollar. Merck hatte 48 Dollar je Aktie geboten, das Angebot lag bei Veröffentlichung rund 15 Prozent über Versums Aktienwert.

Merck hatte erst Anfang Februar eine milliardenschwere Zusammenarbeit mit dem britischen Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline (GSK) in der Immuntherapie von Krebs verkündet.

kko/Reuters/dpa
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