Country Garden Bedeutender chinesischer Immobilienkonzern in finanziellen Schwierigkeiten

In China schwächelt der Bausektor – nun könnte eines der wichtigsten Immobilienunternehmen des Landes pleitegehen. Country Garden konnte zuletzt Kreditzinsen nicht bedienen, der Aktienkurs stürzt deutlich ab.
Logo des chinesischen Bauunternehmens Country Garden

Logo des chinesischen Bauunternehmens Country Garden

Foto: STR / AFP

Der chinesische Immobilienkonzern Country Garden steckt in massiven finanziellen Schwierigkeiten. Wegen eines drohenden Zahlungsausfalls und enormer Schulden stürzte der Aktienkurs des Unternehmens an der Hongkonger Börse am Montag um mehr als 15 Prozent ab. Sollte der Konzern pleitegehen, hätte dies spürbare Folgen für Chinas Wirtschaft und darüber hinaus.

Country Garden ist eines der wichtigsten Bauunternehmen des Landes und beschäftigt Zehntausende Menschen. Das Magazin »Forbes« führt den Konzern unter den 500 größten Unternehmen weltweit. Country-Garden-Chefin Yang Huiyan war bis vor Kurzem die reichste Frau Asiens. Die Krise in Chinas Bausektor erfasst nun jedoch auch das lange Zeit als finanziell stabil geltende Unternehmen.

Vergangenen Montag konnte Country Garden zwei fällige Zinszahlungen für Kredite nicht leisten. Ihm bleibt eine Frist von 30 Tagen, andernfalls droht im September die Insolvenz. Am Wochenende kündigte das Unternehmen außerdem an, die Notierung von rund einem Dutzend Anleihen ab diesem Montag auszusetzen.

Country Garden: Jedes Quartal Verluste in Milliardenhöhe

Ende vergangenen Jahres hatte der Konzern seine Schulden auf 1,15 Billionen Yuan (rund 150 Milliarden Euro) beziffert. Die Zahl dürfte seitdem weiter gestiegen sein. Country Garden fährt jedes Quartal Verluste in Milliardenhöhe ein. Nach Angaben von Moody’s werden Schulden in Höhe von 31 Milliarden Yuan im kommenden Jahr fällig. Die Ratingagentur stufte das Ausfallrisiko vergangene Woche hoch.

»Wir stehen vor den größten Schwierigkeiten seit unserer Gründung«, erklärte Yang am Freitag und verwies auf die Konjunktur. Der Bausektor in China hatte seit Ende der Neunzigerjahre einen Boom verzeichnet, doch viele Unternehmer verschuldeten sich immer mehr. 2020 erließen die Behörden Maßnahmen, um die Überschuldung zu stoppen.

Seitdem schaffen es große Bauträger immer wieder nicht, Projekte fertigzustellen, allen voran der größte Baukonzern des Landes, Evergrande. Dieser hat mittlerweile Schulden in Höhe von umgerechnet mehr als 300 Milliarden Euro angehäuft.

jso/AFP
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