Coronalockerungen Chinas Wachstumsaussichten hellen sich auf

Die Volksrepublik China verabschiedet sich allmählich von ihrer Null-Covid-Politik. Der Wirtschaft wird das aus Sicht von Experten guttun.
Containerschiff in der chinesischen Stadt Qingdao

Containerschiff in der chinesischen Stadt Qingdao

Foto: STR/ AFP

Mit seiner Abkehr von der strikten Null-Covid-Politik geht China konjunkturell besseren Zeiten entgegen. Der China-Chefökonom der Deutschen Bank, Yi Xiong, erwartet, dass das für ein Schwellenland relativ magere Wirtschaftswachstum von rund drei Prozent im laufenden Jahr auf rund 4,5 Prozent im Jahr 2023 steigen wird. »Es sieht besser aus«, sagt Yi. Im ersten Halbjahr 2023 werde das Wachstum wohl noch eher verhalten ausfallen, dann aber in der zweiten Jahreshälfte deutlicher zulegen.

Die Regierung in Peking sei angesichts der hohen wirtschaftlichen Kosten ihrer strikten Coronabeschränkungen offensichtlich auf eine Lockerungsstrategie umgeschwenkt, sagte der Ökonom. Sie reagiere auch darauf, dass sich die Omikron-Variante des Virus als milder als erwartet herausgestellt habe. Zunächst dürften nach Ansicht Yis Lockdowns und Corona-Pflichttestungen wegfallen, später voraussichtlich auch Restriktionen mit Blick auf Schulen, Flugverkehr und öffentliche Versammlungen.

Die Ökonomin Wenjie Ding vom chinesischen Vermögensverwalter China AMC ist mit Blick auf das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts der Volksrepublik im kommenden Jahr noch optimistischer. Sie erwartet ein Plus von 4,9 Prozent. Zudem rechnet sie im Zuge des Aufschwungs mit Blick auf die chinesische Landeswährung mit einem »etwas stärkeren Renminbi«.

Die seit drei Jahren anhaltende Null-Covid-Politik mit dem Lockdown ganzer Städte und erheblichen Reiseeinschränkungen belastet Chinas Wirtschaft. Sie hat zu den größten öffentlichen Protesten seit der Amtsübernahme von Staatschef Xi Jinping im Jahr 2012 geführt. Anfang November hatte China eine Reihe von Lockerungen angekündigt, etwa eine verkürzte Quarantänezeit oder weniger Nachverfolgung von Sekundärkontakten.

In Peking müssen die Menschen mittlerweile keinen negativen Coronatest mehr vorweisen, um am öffentlichen Leben teilzunehmen. Die Regierung könnte bereits am Mittwoch weitere Lockerungen ankündigen. Viele Städte haben bereits regionale Lockdowns aufgehoben.

China hat nach Darstellung des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch Spielraum, seine Null-Covid-Politik langsam und sicher anzupassen. Dies würde einen Anstieg des Wirtschaftswachstums im kommenden Jahr ermöglichen, erklärte der Fonds jüngst. Der IWF hat für dieses Jahr China ein Wachstum von 3,2 Prozent vorausgesagt und für das kommende Jahr 4,4 Prozent.

ssu/Reuters
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