Ermittlungen Chef von China Telecom steht unter Korruptionsverdacht

Nun hat es auch den Chef des größten Kommunikationskonzerns Chinas erwischt: Gegen Chang Xiaobing wird wegen Korruptionsverdacht ermittelt. Am Samstag verschwand der Top-Manager in Polizeigewahrsam.

Chinesischer Top-Manager Chang Xiaobing: Am Samstag verschwunden
AP

Chinesischer Top-Manager Chang Xiaobing: Am Samstag verschwunden


Erneut wird gegen einen Top-Manager der chinesischen Wirtschaft wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt. Gegen Chang Xiaobing, Chef des landesweit größten Konzerns der Branche, der China Telecom, werde ermittelt, teilte die Kommunistische Partei am Sonntag mit.

Bereits am Samstag waren Führungskräfte des Konzerns darüber informiert worden, dass ein für Montag geplantes Arbeitstreffen des Top-Managements verschoben werde, da Chang verschwunden sei, berichtet die englischsprachige chinesische Zeitung "Global Times". Die Zeitung verweist auf Berichte, wonach die Ermittler Changs Büro versiegelt haben.

Das höchste Anti-Korruptionsgremium der herrschenden Kommunistischen Partei erklärte, Chang stehe unter dem Verdacht schwerwiegenden Fehlverhaltens. Das ist gemeinhin die Umschreibung des Korruptionsverdachts. Weitere Details zu den Vorwürfen teilte das Gremium nicht mit.

Chang war erst im August auf den Chefsessel von China Telecom gekommen. Zuvor war er Chef des ebenso staatlichen Konkurrenzkonzerns China Unicom, wo er der "Global Times" zufolge elf Jahre lang tätig war. Es scheint dem Bericht zufolge so, als bezögen sich die Korruptionsvorwürfe auf Changs Zeit bei China Unicom.

Die staatliche Kampagne gegen Korruption läuft seit November 2012, also kurz vor dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping. Der kündigte einen durchgreifenden Kampf gegen Bestechung und Vetternwirtschaft an, der sich sowohl gegen mächtige "Tiger" als auch einfache "Fliegen" wenden soll. Xi hatte davor gewarnt, dass die weitverbreitete Korruption in China die Machtbasis der Kommunistischen Partei bedrohe. Seitdem werden immer wieder ranghohe korrupte Beamte undManager festgenommen und verurteilt. Die Kampagne ist zudem Schritt für Schritt auf immer weitere Sektoren des Staates und der Wirtschaft ausgeweitet worden.

fdi/AP

insgesamt 8 Beiträge
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koelnrio 27.12.2015
1. wie kann man...
...solche Nachrichten von Agenturen eigentlich ungefragt übernehmen? Nicht, dass es keine Korruption in China gäbe, aber wir haben es doch immer noch mit einem diktatorischen System zu tun.....
teflonhirn 27.12.2015
2. Sorry, Ihren Beitrag verstehe ich nicht
Zitat von koelnrio...solche Nachrichten von Agenturen eigentlich ungefragt übernehmen? Nicht, dass es keine Korruption in China gäbe, aber wir haben es doch immer noch mit einem diktatorischen System zu tun.....
Meinen Sie Nachrichten aus China sind erst nach freien und geheimen Wahlen wichtig? Sind die Agenturmeldungen nicht verlässlich, und wen fragen Sie in solchen Fällen gewöhnlich?
SpitzensteuersatzZahler 27.12.2015
3.
Zitat von koelnrio...solche Nachrichten von Agenturen eigentlich ungefragt übernehmen? Nicht, dass es keine Korruption in China gäbe, aber wir haben es doch immer noch mit einem diktatorischen System zu tun.....
Naja ich kenne mich mit und in China aus und hege starke Zweifel, dass mehr als 10% aller "Reichen" eine saubere Weste haben. Das Hongbao - also Geldumschläge - gehören da ganz selbstverständlich dazu. Das kann man sich als westlich zivilisierter Mensch nicht vorstellen, was dort abgeht - für Geld wird dort alles gemacht. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dass Bauern enteignet und das Land hinterher als Bauland vergoldet wird ist noch das harmloseste was passiert. Schmiergelder werden auch in der Regel nicht in absoluten Beträgen gefordert, sondern man soll rausrücken, was man für richtig hält. Ist das zu wenig, hat man Pech gehabt und es passiert nichts - isses zu viel, freut sich das Gegenüber.
limubei 27.12.2015
4. Alle!
Zitat von SpitzensteuersatzZahlerNaja ich kenne mich mit und in China aus und hege starke Zweifel, dass mehr als 10% aller "Reichen" eine saubere Weste haben. Das Hongbao - also Geldumschläge - gehören da ganz selbstverständlich dazu. Das kann man sich als westlich zivilisierter Mensch nicht vorstellen, was dort abgeht - für Geld wird dort alles gemacht. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dass Bauern enteignet und das Land hinterher als Bauland vergoldet wird ist noch das harmloseste was passiert. Schmiergelder werden auch in der Regel nicht in absoluten Beträgen gefordert, sondern man soll rausrücken, was man für richtig hält. Ist das zu wenig, hat man Pech gehabt und es passiert nichts - isses zu viel, freut sich das Gegenüber.
Alle haben "mitgespielt" in diesem Spiel. Hong Kong war auch aus Tradition (!) von Korruption durchsetzt. Die Briten haben sich das zu Nutze gemacht, um einen gegen den anderen auszuspielen. Hong Kong geht seit Jahren ganz hart gegen Korruption vor und ist auf Verwaltungsebene sauber. In Mainland China dagegen haben alle auf allen Ebenen ihren Obolus abgegeben, um an irgendetwas "gefälliges" heranzukommen. Wenn die Parteiführung will, kann sie jeden belangen, der Reich geworden ist. Deshalb wollen ja so viele Reiche Chinesen in den sicheren Westen! Die wissen was geschehen könnte, wenn sie in Ungnade fallen. Fuer 1 Mio Euro/Usd gibts ueberall Visa. Schweden hat da schon lange ein Spezialprogramm ebenso wie England. In London geben sich die reichen Chinesen die Klinke in die Hand. Die reichen Russen ebenso. Aber es ist ja nicht so, dass wir in Deutschland keine Form von Korruption hätten. Da gibt es die vorauseilende bei Politikern und auf Gemeindeebene wurden sicher viele Bauanträge gegen Sachleistungen beschleunigt. In der Industrie war es sehr lange fast normal bei Einkäufern (Entscheideren) von Konzernen bis in den Mittelstand. Habe selber als Vertriebsmann solche "Anträge" bekommen und an unsere GL weitergegeben. Da wollte man dann den Sportverein fördern z.B.. Müllverbrennungsanlage München Nord ist legendär. Da gingen Siemensmanager in den Bau und städtische Angestellte verloren Arbeit und Pensionen.
windpillow 27.12.2015
5. Gong Xi Fa Cai
Wie bei uns - China hat schnell gelernt vom sog. Westen, nur noch nicht, wie man sich nicht erwischen läßt.
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