Trotz Trump Chinas Handelsüberschuss mit den USA wächst und wächst

Chinas Handelsüberschuss mit Europa sinkt. Das Geschäft mit den USA brummt hingegen, Donald Trumps "America First"-Rhetorik zum Trotz.

Container aus China im Hafen von Miami (Archiv)
REUTERS

Container aus China im Hafen von Miami (Archiv)


Chinas Exportmaschine stottert, jedenfalls für chinesische Verhältnisse. Der chinesische Außenhandel hatte im August einen eher schwächeren Monat. Die gesamten Ausfuhren Chinas stiegen um 5,5 Prozent auf 199 Milliarden Dollar an. Dies ist der geringste Zuwachs seit Februar, als die Daten allerdings auch wegen des Neujahrsfests verzerrt waren. Der jüngste Anstieg liegt allerdings auch unter den Erwartungen von Experten.

Deutlich besser lief das Geschäft für chinesische Exporteure allerdings im Handel mit den USA. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten stiegen - ungeachtet von Präsident Donald Trumps "America First"-Rhetorik - weiter an. Der von Trump oft und lautstark beklagte chinesische Handelsüberschuss mit den USA stieg auf den höchsten Stand seit Herbst 2015.

Die Ausfuhren in die USA kletterten im August um 8,4 Prozent zum Vorjahr auf 39 Milliarden Dollar, wie der chinesische Zoll am Freitag mitteilte. Die Einfuhren aus den USA stiegen ebenfalls deutlich, um 18,1 Prozent. Allerdings ist ihr Volumen mit knapp 13 Milliarden Dollar deutlich geringer als das der chinesischen Ausfuhren. Die Differenz zwischen beiden Größen, der Handelsüberschuss mit den USA, erhöhte sich um 4,2 Prozent auf ein Zweijahreshoch von 26 Milliarden Dollar. Chinas Handelsüberschuss mit der Europäischen Union ging dagegen zurück, das Defizit mit Japan weitete sich aus.

US-Präsident Trump sieht in dem hohen Handelsdefizit der USA mit China - aber auch mit Deutschland - eines der größten Probleme der amerikanischen Wirtschaft und will diese mit aller Macht reduzieren. Produkte für den amerikanischen Markt sollten auch von Amerikanern und nicht im Ausland hergestellt werden. So will Trump Arbeitsplätze in den USA sichern beziehungsweise wieder in das Land zurückholen.

Die meisten Verkaufsschlager von US-Konzernen werden bislang ganz oder in weiten Teilen im Ausland gefertigt. Einige Beispiele finden Sie in der Fotostrecke.

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9  Bilder
Handelspolitik: So amerikanisch sind die US-Verkaufsschlager

beb/Reuters

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insgesamt 8 Beiträge
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thequickeningishappening 08.09.2017
1. Um sich ein korrektes Bild zu machen
muss auch die Waehrungsfluktuation einbezogen werden. Der Yuan werte in den letzten 4 Wochen 3,5% auf gegenüber dem Dollar!
gandhiforever 08.09.2017
2. Was
Was machen die Europaeer da besser als die US-Amerikaner? Ist es der Verzicht auf Ramsch? Oder ist es anders herum, dass die Chinesen mehr europaeische Qualitaet kaufen , waehrend die USA da nichts zu bieten haben? Wenn es eine Frage der Qualitaet ist, kann der Herr im Weissen Haus dann noch so laut "America first" toenen, es wird nichts nuetzen.
gandhiforever 08.09.2017
3. Noch schlimmer
Zitat von thequickeningishappeningmuss auch die Waehrungsfluktuation einbezogen werden. Der Yuan werte in den letzten 4 Wochen 3,5% auf gegenüber dem Dollar!
Wenn der Yuan aufgewertet wird, bedeutet das, dass US-Waren tendentiell in China billiger werden, chinesische Waren in den USA teurer. Wenn dennoch das Handelsdefizit der USA mit China steigt, sollte sich Herr Trump mal ueberlegen, welches Zaubermittel er anwenden will, um eine Trendumkehr herbeizufuehren.
muellerthomas 08.09.2017
4.
Zitat von gandhiforeverWenn der Yuan aufgewertet wird, bedeutet das, dass US-Waren tendentiell in China billiger werden, chinesische Waren in den USA teurer. Wenn dennoch das Handelsdefizit der USA mit China steigt, sollte sich Herr Trump mal ueberlegen, welches Zaubermittel er anwenden will, um eine Trendumkehr herbeizufuehren.
Es gibt dabei den sog. J-Kurven-Effekt: Der Preiseffekt wirkt sofort, d.h. eine Abwertung führt zur Verteuerung der Importe und zur Verbilligung der Exporte. Dies zieht dann einen Mengeneffekt nach sich, also weniger Impoete, mehr Exporte. Bei einer Abwertung verschlechtert sich daher zunächst die Handelsbilanz, bevor der Mengeneffekt dann nach und nach dominiert und sich so die Handelsbilanz verbessert.
muellerthomas 08.09.2017
5.
Zitat von gandhiforeverWas machen die Europaeer da besser als die US-Amerikaner? Ist es der Verzicht auf Ramsch? Oder ist es anders herum, dass die Chinesen mehr europaeische Qualitaet kaufen , waehrend die USA da nichts zu bieten haben? Wenn es eine Frage der Qualitaet ist, kann der Herr im Weissen Haus dann noch so laut "America first" toenen, es wird nichts nuetzen.
hm, naja: Die USA hatten im vergangenen Jahr ein Handelsbilanzdefizit gegenüber China von 232 Mrd. USD. Bei einem BIP von 18,9 Bio. USD sind das 1,2%. Die Eurozone hatte ein Defizit von 105,9 Mrd. Euro bei einem BIP von 10,8 Bio. Euro, macht 1,0% Defizit. Also ich sehe da keinen so dramatischen Unterschied. Sie etwa?
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