Nach Moratorium China genehmigt erstes Atomkraftwerk seit Fukushima

Die Entscheidung kommt pünktlich zum vierten Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima: China genehmigt ein neues Kernkraftwerk. Zahlreiche weitere Meiler sind bereits im Bau.
Kontrollraum in chinesischem Atomkraftwerk: 150 Gigawatt bis 2030 angestrebt

Kontrollraum in chinesischem Atomkraftwerk: 150 Gigawatt bis 2030 angestrebt

Foto: © Reinhard Krause / Reuters

Peking - Vor exakt vier Jahren kam es zur Atomkatastrophe im japanischen Fukushima. Als Reaktion verhängte neben Deutschland auch China zunächst ein Moratorium und ordnete eine landesweite Sicherheitsüberprüfung an. Nun aber hat die Regierung in Peking erstmals wieder den Bau eines neuen Kernkraftwerkes genehmigt.

Wie Staatsmedien am Mittwoch berichteten, erlaubte die Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) den ersten Neubau für die zweite Phase des Atomkraftwerks Hongyanhe in der nordostchinesischen Provinz Liaoning. Es geht um zwei Reaktorblöcke mit jeweils einer Million Kilowatt. Die Atomsicherheitsaufsichtsbehörde müsse den Bau allerdings auch noch genehmigen, hieß es.

China betreibt heute 23 Atomreaktoren und hat 26 weitere im Bau. Das Moratorium war offiziell bereits 2012 aufgehoben worden, allerdings wollte die Regierung nur eine kleine Zahl neuer Kraftwerke genehmigen. Der weltweit größte Energieverbraucher, der zwei Drittel seiner Energie aus Kohle bezieht, will seine nuklearen Kapazitäten bis 2020 auf 58 Gigawatt verdreifachen. Bis 2030 sind sogar 150 Gigawatt angestrebt.

dab/dpa