China Preiswächter bestrafen Audi und Chrysler wegen "Monopolstellung"

China fährt weiter eine harte Gangart gegen ausländische Autohersteller. Preiswächter bestrafen nun Audi und Chrysler wegen ihrer angeblichen Monopolstellung auf dem chinesischen Markt: Es geht um Preisdumping.
Audi vor Platz des himmlischen Friedens: China geht gegen Autobauer wegen "monopolistisches Verhalten" vor

Audi vor Platz des himmlischen Friedens: China geht gegen Autobauer wegen "monopolistisches Verhalten" vor

Foto: ZHEYANG SOOHOO/ REUTERS

Peking/Ingolstadt - Chinas Kartellwächter gehen weiter gegen die Preispolitik ausländischer Autobauer auf dem boomenden chinesischen Markt vor. Nachdem Untersuchungen gegen Daimler eingeleitet worden sind, will das Land nun gegen Audi und Chrysler Strafen wegen angeblichem "monopolistischen Verhaltens" verhängen, wie Chinas Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) in Peking mitteilte. Der Monopolverdacht habe sich bestätigt, die Ermittlungen sei kurz vor dem Abschluss, sagte ein Sprecher.

Details zur Höhe der Strafen und weitere Hintergründe waren zunächst nicht bekannt - jedoch kann die NDRC Monopolstrafen zwischen ein und zehn Prozent des Umsatzes verhängen. In welcher Weise sich Audi schuldig gemacht haben soll, erläuterte die Behörde nicht. Audi räumte auf Anfrage ein, dass das gemeinsame Händlernetz der deutschen Autoschmiede und seines chinesischen Joint-Venture-Partners FAW in der ostchinesischen Provinz Hubei untersucht worden sei. Vor rund einer Woche hatte Audi wie auch Daimler oder Jaguar Land Rover Preisnachlässe in China angekündigt - im Fall von Audi ging es um Ersatzteile für den chinesischen Markt.

Die angekündigte Strafe gegen die Volkswagen-Tochter ist nicht das erste Vorgehen Chinas gegen ausländische Automobilhersteller. Seit mehreren Wochen üben chinesische Behörden auf Oberklassehersteller Druck aus. Bereits am Montag hatten Preiswächter eine Daimler-Filiale in Shanghai durchsucht und laut den Ermittlern Beweise sichergestellt. Zuvor waren der NDRC zufolge mehrere Daimler-Händler in fünf Städten ins Fadenkreuz der Fahnder geraten. Auch der schwäbische Autohersteller hatte angekündigt, ab September in China Tausende Ersatzteile 15 Prozent günstiger anbieten zu wollen. Zudem verdächtigt die Kontrollbehörde zwölf japanische Firmen, Monopole für Preise für Autoteile ausgenutzt zu haben.

Im Jahr 2008 hatte die kommunistisch regierte Wirtschaftsmacht das Wettbewerbsgesetz verschärft. Seither haben die Fahnder auch die Befugnis, auf die Preisgestaltung auf den Märkten einzuwirken. Nach Angaben der chinesischen Wettbewerbshüter sind die Ermittlungen gegen ausländische Autofirmen vor drei Jahren eingeleitet worden. China ist der größte Automarkt der Welt.

daf/dpa/AFP
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