Lebensmittelskandal China lässt Verdächtige wegen Ekelfleischvorwurf festnehmen

Die Bilder sind hochgradig ekelerregend: Fernsehaufnahmen aus einer Fleischfabrik schockieren China. Jetzt haben die Behörden des Landes fünf Verdächtige in dem Skandal festnehmen lassen.

Starbucks-Filiale in Peking: Zulieferer aus Shanghai soll Fleisch umetikettiert haben
REUTERS

Starbucks-Filiale in Peking: Zulieferer aus Shanghai soll Fleisch umetikettiert haben


Shanghai - Der Skandal um Gammelfleisch in China weitet sich aus. Am Mittwoch haben Ermittler nun 160 Tonnen Fleischwaren sichergestellt und fünf Verdächtige festgenommen, teilte die Polizei in Shanghai mit. Zudem wurden rund 1100 Tonnen weiterer Produkte des US-Unternehmens Husi Food bei Durchsuchungen konfisziert.

Den Skandal um das Unternehmen hatte ein Team des Senders Dragon TV aufgedeckt. Die Journalisten schlichen sich mit versteckter Kamera in eine Fabrik der Firma Husi Food. Sie filmten Fleischstücke, die bereits grün und braun waren, aber trotzdem weiter verarbeitet wurden. Das Team nahm Arbeiter auf, die heruntergefallenes Fleisch vom Boden zurück in die Maschinen legten. Abgelaufene Produkte wurden einfach neu verpackt und mit neuem Haltbarkeitsdatum versehen, berichtete der Sender.

Der Zulieferer Husi aus Shanghai soll dem Fernsehbericht zufolge das Fleisch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum umetikettiertund verkauft haben. Neben McDonald's, KFC und Pizza Hut haben auch Burger King, Starbucks und andere Fast-Food-KettenWaren von dem verdächtigen Lieferanten bezogen.

Schwere Vorwürfe

Husi Food versucht, den Imageschaden zu begrenzen. "Unser Management geht davon aus, dass es sich um Einzelfälle handelt. Aber wir übernehmen die volle Verantwortung für die Situation", hieß es weiter in der Mitteilung. Die Firma kündigte an, sie werde in vollem Umfang mit chinesischen Behörden zusammenarbeiten. "Bei uns gibt es keine Toleranz gegenüber jeglichen Verstößen gegen die Lebensmittelsicherheit", teilte Husi Food mit.

Die Ermittler in Shanghai erhoben jedoch schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen. "Die illegalen Handlungen waren nicht die Tat eines Einzelnen, sondern vielmehr von dem Unternehmen organisiert", zitierte die Zeitung "Shanghai Daily" den obersten Lebensmittelaufseher der Stadt.

Für Professor Zheng Fengtian von der Volksuniversität in Peking sind die Enthüllungen nur die "Spitze des Eisbergs". "Ich gehe davon aus, dass viele chinesische Firmen das gleiche Problem haben und auch abgelaufene oder schlechte Produkte verwenden", sagte der Experte für Lebensmittelsicherheit laut Nachrichtenagentur dpa.

bos/dpa



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