Sipri-Bericht Saudis rüsten auf - Waffenimporte steigen um 275 Prozent

China exportiert, Saudi-Arabien kauft ein: Das geht aus einem neuen Bericht des Friedensforschungsinstituts Sipri hervor. Weltweit hat der Handel mit Waffen in den vergangenen vier Jahren deutlich zugenommen.
Saudi-arabische Soldaten an der Grenze zum Jemen: Der weltweite Waffenhandel stieg um 14 Prozent

Saudi-arabische Soldaten an der Grenze zum Jemen: Der weltweite Waffenhandel stieg um 14 Prozent

Foto: AP/dpa

Saudi-Arabien hat zwischen 2011 und 2015 deutlich mehr Waffen importiert als zuvor. Die Rüstungseinfuhren des Landes seien im Vergleich zu den vorangegangenen vier Jahren um insgesamt 275 Prozent gestiegen, teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem Bericht mit.

Damit ist das Königreich in der Region nicht allein. Insgesamt stieg die Nachfrage nach Waffen im Mittleren Osten in diesem Zeitraum deutlich, schreiben die Forscher. "Eine Koalition arabischer Staaten setzt vor allem aus den USA und Europa stammende Waffen im Jemen ein", sagte Sipri-Experte Pieter Wezeman. Die Region führte zwischen 2011 und 2015 im Vergleich zu dem Zeitraum zwischen 2006 und 2010 fast zwei Drittel mehr Waffen ein.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten legten die Importe um 35 Prozent zu. Im benachbarten Katar stiegen die Einkäufe um 279 Prozent: Mit Hubschraubern, Verteidungssystemen, Panzern und Kampffliegern baue der Wüstenstaat sein Arsenal massiv aus, berichteten die Stockholmer Forscher .

Im internationalen Vergleich belegt Saudi-Arabien damit Platz zwei. Die meisten Waffen wurden zwischen 2011 und 2015 erneut nach Indien geliefert.

China steigert Waffenexporte um 88 Prozent

Eine zunehmend bedeutendere Rolle im Export kommt China zu. Die Rüstungsausfuhren des Landes seien im Vergleich zu den vorangegangenen vier Jahren um insgesamt 88 Prozent gestiegen, teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri in einem Bericht mit.

Damit steigerte es seinen Weltmarktanteil auf knapp sechs Prozent. "China erweitert seine militärischen Fähigkeiten mit importierten und im Inland produzierten Waffen weiter", sagte Sipri-Experte Siemon Wezeman, der den gleichen Nachnamen wie sein Kollege Pieter trägt. Die meisten chinesischen Rüstungsgüter gingen an Pakistan, Bangladesch und Burma.

Auch global gesehen nahm der Waffenhandel in den vergangenen vier Jahren im Vergleich zum Zeitraum zwischen 2006 und 2010 zu: Das Volumen stieg um 14 Prozent. Größter Exporteur sind demnach weiterhin die USA mit einem Weltmarktanteil von 33 Prozent, russische Exporte machen ein Viertel aus. Danach folgen China mit 5,9 und Frankreich mit 5,6 Prozent. Deutschland belegt im internationalen Vergleich bei den Exporten den fünften Platz. Gemeinsam stellen diese fünf Länder rund drei Viertel der internationalen Rüstungsexporte.

Auch in Afrika nahm der Waffenhandel zwischen 2011 und 2015 um rund ein Fünftel zu. Größte Importeure blieben dort Algerien und Marokko. Ägypten führte nach der Aufhebung eines teilweisen Waffenembargos insgesamt 37 Prozent mehr Waffen ein. "2014 und 2015 unterzeichnete Ägypten mehrere große Deals für Waffen aus Frankreich, Deutschland und Russland", hieß es im Sipri-Bericht.

brk/dpa-AFPX/AFP